
Foto: SOKO Kitz: Cine Tirol
Mein letzter Beitrag endete mit der Forderung Stefan Ruzowitzkys, die Rahmenbedingungen für Filmdrehs in Österreich zu verbessern. Dies fällt unter anderem in die Aufgabe der österreichischen Filmkommissionen. Location Austria, die bundesweite Filmagentur, Cine Tirol, Cinestyria, Salzburg Agentur, Oberösterreichisches Filmbüro und Vienna Film Commission operieren im Dienste des Drehorts Österreich. Im Schulterschluss mit den touristischen Partnern rühren die Filmcommissions die Werbetrommel für den Filmstandort und offerieren Filmschaffenden aus aller Welt kostenlosen Service – von der Location-Suche über die Einholung von Drehgenehmigungen bis zur tatkräftigen Unterstützung bei der Organisation und Abwicklung der Produktion vor Ort.
Die Bilanz von Location Austria für das Jahr 2008 umfasst 12 internationale Filmprojekte, darunter drei Kinofilme, zwei TV-Produktionen und vier Dokumentationen. Neben „James Bond – ein Quantum Trost“ betreute Location Austria mit „Season of the Witch“ ein weiteres internationales Prestigeprojekt mit Oscar-Preisträger Nicolas Cage in der Hauptrolle. Die amerikanisch-ungarische Produktion mit einer 320-köpfigen Crew drehte für 17 Tage in Salzburg, Niederösterreich und der Steiermark. An direkten Produktionsausgaben flossen 700.000 Euro in die Kassen. Im Herbst 2009 stand Weltstar Donald Sutherland für die Verfilmung von Ken Folletts Weltbestseller „Die Säulen der Erde" vor der Kamera. Die Dreharbeiten gingen in der Wiener Votivkirche, auf Burg Liechtenstein und Burg Kreuzenstein in Niederösterreich über die Bühne.
Tom Cruise als Werbemotor
Einen „dicken Filmfisch“ konnten Salzburg Agentur und Location Austria jüngst an Land ziehen. Im Dezember 2009 stellten die Hollywood-Stars Tom Cruise und Cameron Diaz ihr schauspielerisches Können an der Salzach unter Beweis.15 bis 20 Minuten der US-Action-Komödie „The Unknown Wichita Project“ werden in Salzburg und Umgebung spielen. Die 200-köpfige Crew schlägt schlug ihre Zelte für 11 Tage in der Innenstadt auf. Die Region darf mit einer Wertschöpfung von 1,2 Millionen Euro rechnen. Da die Drehorte dem Kinopublikum tatsächlich als „Salzburg“ präsentiert werden, ist zudem mit einer enormen touristischen Sogwirkung zu rechnen.
Die Experten der Cinestyria richten im Rahmen ihrer Förderungsrichtlinien spezielles Augenmerk auf die touristischen Potenziale einzelner Filmvorhaben. 2008 förderte die steirische Filmkommission 23 Projekte – eines davon der Kinofilm „Flores Negras“ mit Tobias Moretti und Maximilian Schell, der teilweise in Graz spielt. Als hochkarätige Literaturverfilmung sei Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ mit Christiane Hörbiger erwähnt, die dafür in Eisenerz und Umgebung vor der Kamera stand.
Vierbeinige und andere Kommissare
Wien ist mit Abstand Österreichs größte Filmbühne. Im Jahr 2008 reichten 442 Filmgesellschaften ein Gesuch um die Erteilung der Dreherlaubnis ein. Daraus entstanden 1.271 Film- und TV-Produktionen. Teile des Oscar-nominierten Streifens „Revanche“ des österreichischen Regisseurs Götz Spielmann wurden in Wien abgedreht. „Kommissar Rex“, das nach „Baywatch" erfolgreichste Serienformat aller Zeiten, übersiedelte zwar mittlerweile nach Rom, kehrte jedoch für ein 90-minütiges Special während der Fußball-EM nach Wien zurück.
Marijana Stoisits, Leiterin der 2009 gegründeten Vienna Film Commission, möchte der traditionellen Wien-Perspektive neue, moderne Eindrücke hinzuzufügen und diese via Film zum Publikum transportieren: „Ich habe jüngst eine Tatort-Folge gesehen, die mir Berlin auf neue Weise vermittelte. So etwas würde ich mir für einen österreichischen Tatort auch wünschen, Kameraeinstellungen, die man nicht bereits 100 Mal gesehen hat.“ In puncto filmtouristisches Angebot wandelt Wien großteils auf altbewährten Pfaden. Zum 50. Geburtstag des Kinokassenschlagers „Sissi“ richtete das Hofmobiliendepot jüngst eine Dauerausstellung mit dem in der Filmtrilogie benutzten Mobiliar ein. Und die „Dritte-Mann-Touren“ durchs Wiener Kanalsystem zu den Drehorten des Streifens aus dem Jahr 1947 finden auch 2009 großen Anklang, nicht nur bei Cineasten.
Zum 10. Jahrestag ihres Bestehens konnte die Cine Tirol im Jahr 2008 34 Filmproduktionen aus dem In- und Ausland in die Tiroler Berge führen. Zum Beispiel fiel die Klappe für drei europäische Kinofilme, darunter „In drei Tagen bis du tot 2“. Im Rahmen von sechs Filmprojekten führte die indische Traumfabrik Bollywood in Tirol Regie. Die erfolgreichen TV-Serienproduktionen „SOKO Kitzbühel“ und „Der Bergdoktor“ fanden in der 8. bzw. in der 2. Staffel ihre Drehfortsetzung. Im Oktober 2009 stand der deutsche Schauspieler Daniel Brühl für den Science Fiction-Film „Die kommenden Tage" auf Tiroler Almwiesen vor der Kamera.
Wo geht’s zum Bergdoktor?„Die touristische Verwertung der Filmproduktionen ist uns ein großes Anliegen“, gibt Johannes Köck, Leiter der Cine Tirol, zu Protokoll. „Mittlerweile nutzen die Tourismusverbände Produktionen ‚made in Tirol’ intensiv als Grundlage ihrer Pressearbeit“, beobachtet Köck. Gegenstand der Kommunikation an die Medien sind z. B. die Ankündigung der Filmarbeiten, Premierenfeiern vor Ort oder die wirtschaftliche Bilanz von Film- und TV-Produktionen.
Verschiedene touristische Angebote in Tirol stellen einen direkten Bezug zu Film- und Fernsehproduktionen her. Der „Bergdoktor-Radweg“ führt auf 30 Kilometern Länge durch die Kulisse der deutschsprachigen Erfolgsserie, natürlich vorbei am Bergdoktorhaus. Das eigens errichtete Gebäude, in dem Bergdoktor Nummer Eins, Harald Krassnitzer, ordinierte, wird seit Abschluss der Dreharbeiten 1998 vom Tourismusverband Mieminger Plateau als touristische „Landmark“ vermarktet. Hans Sigl mimt in Ellmau in der Region Wilder Kaiser Bergdoktor Nummer Zwei. Ellmau selbst tritt in der Kommunikation mit den Gästen und Multiplikatoren (z. B. auf Messen) als „Filmdorf“ auf. Individuell buchbare, geführte Wanderungen geleiten die Besucher zu Hauptmotiven verschiedener TV-Produktionen.
Alexandra Gruber - 25. Jan, 13:25


Fotos: James Bond Bregenzer Festpiele_Anja Koehle, "Die Legende von Loch Ness!, Spreichersee Gerlos_Cine Tirol
Wenn Kino- und TV-Produktionen in Österreich Station machen, klingeln die Kassen. Angesichts der bewegten Bilder erwacht beim Publikum überdies oft der Wunsch, selbst an den Drehort zu reisen. Informationen über die Projekte der großen Traumfabriken und wie sich Österreich als Filmstandort behauptet.
„Wir hätten uns keine bessere Location vorstellen können. Die Kulisse ist fantastisch“, geriet James Bond-Darsteller Daniel Craig im Mai 2008 ins Schwärmen – atemlos, denn zuvor war er über die Bühne der Tosca-Produktion der Bregenzer Festspiele geturnt. Ein „Quantum Trost“, wie das bisher jüngste 007-Abenteuer titelt, haben die beiden Drehorte Bregenz und Feldkirch jedoch nicht nötig.
Wenn sich Hollywood in derart großem Stil einquartiert, stellt sich nur Jubelstimmung ein. Allein die direkten Ausgaben der insgesamt 17-tägigen Filmproduktion im Ländle beliefen sich auf 3,8 Mio. Euro, die Bregenzer Hotellerie verzeichnete bereits während der Dreharbeiten 10.000 zusätzliche Nächtigungen. Rund 50 Millionen Kinobesucher aus aller Welt sahen nach Filmstart im November 2008 die siebenminütige Sequenz mit der Seebühne und Bregenz als Kulisse. Der Werbewert für die gezeigten Locations lässt sich indes nicht in Zahlen fassen. Dieser sei unbezahlbar, lassen die Touristiker verlauten.
Ein Quantum Reiselust
Bewegte Bilder wecken erwiesenermaßen die Sehnsucht nach Reisezielen. Einer Untersuchung der Hallifax Travel Insurance in Großbritannien zufolge lassen sich 27 Prozent der Bevölkerung in ihrer individuellen Urlaubsplanung von Kino- und TV-Produktionen inspirieren. Peter Roth, Geograf und Experte für Filmtourismus, errechnet eine Beeinflussung zwischen 10 und 20 Prozent des globalen Reisevolumens durch Film und Fernsehen. Filme können damit mehr als die dreifache Wirkung klassischer Werbeanzeigen erreichen.
Drehort-Tourismus, auch „Set Jetting“ genannt, kann ungeahnte Dimensionen annehmen. Eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür stammt aus Österreich: Vor 45 Jahren wurde die Hollywood-Produktion „The Sound of Music“ an Locations in Stadt und Land Salzburg abgedreht. Laut einer Gästebefragung motiviert der Streifen noch heute jährlich 300.000 Besucher (das Gros davon aus Übersee) zu einem Trip in die Mozartstadt.
Weitere Erfolgsberichte aus dem Segment „Filmtourismus“ langen aus aller Welt ein. So begehrte auf Grund des Hollywood-Blockbusters „Da Vinci Code“ über eine Million zusätzliche Besucher Einlass im Pariser Louvre, 700.000 Fans pilgerten zur Rosslyn Chapel in Schottland, einem anderen Drehort des Thrillers.
Die Fantasy-Trilogie „Der Herr der Ringe”, erwies sich als neunstündiger Werbefilm für Neuseeland, der ein nachhaltiges Nächtigungsplus von 20 Prozent im Inselstaat bewirkte. Neuseelands findige Touristiker witterten das Potenzial des monumentalen Filmwerks rechtzeitig. Sie setzten weitreichende Marketingmaßnahmen, allen voran die Pressearbeit. Von Seiten des National Tourist Board geschnürte Programme wie die „Herr der Ringe Tour“ zu den Schauplätzen erleichtern Fans von „Mittelerde“ die Pilgerfahrt auf den Spuren von Frodo und seinen Freunden.
Von der touristischen Nachhaltigkeit ehemaliger Drehorte ist auch Stefan Rösch, Experte für Filmtourismus, überzeugt. Er untersuchte im Rahmen einer empirischen Studie die Bedürfnisse der Jet Setter. Zu seinen Empfehlungen hinsichtlich der effizienten Vermarktung von Filmschauplätzen zählt die Angabe der genauen geografischen Koordinaten eines Drehorts ebenso wie die Installation eines Leitsystems mit Wegweisern und Tafeln und die Bereitstellung von Broschüren.
Finanzielle Anreize
Angesichts der enormen wirtschaftlichen Potenziale von Filmproduktionen buhlen Destinationen weltweit unter anderem mit finanziellen Anreizen um Großproduktionen. In Österreich standen jenen Institutionen, die Film unter kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten fördern, im Jahr 2007 insgesamt 40 Mio. Euro zur Verfügung. Zu den Förderstellen zählen: Österreichisches Filminstitut, Filmfonds Wien, ORF (Film-/Fernseh-Abkommen), Fernsehfonds Austria, Cinestyria, Cine Tirol sowie die Länder Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten und Burgenland (Details zur Filmförderung siehe u. a. www.filmwirtschaftsbericht.at).
Zwecks Erhöhung von Österreichs Wettbewerbsfähigkeit als Filmstandort hat die Politik jüngst grünes Licht für eine zusätzliche Filmförderung nach Zuschnitt des Deutschen Filmfinanzierungsfonds gegeben. Dabei erhalten die Filmemacher bis zu 20 Prozent der in Deutschland entstandenen Produktionskosten refundiert. Dieses Modell bescherte der deutschen Wirtschaft bisher das Sechsfache des eingesetzten Förderbetrags an Wertschöpfung. Für den Start der neuen Förderschiene in Österreich fordert etwa Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky den Einsatz von 20 Mio. Euro. Er warnt jedoch auf Grund von Infrastrukturmängeln wie dem Fehlen von genügend Studios vor zu hohen Erwartungen. Das „Vermieten der Berge“, so Ruzowitzky, sei nur ein Teil des erforderlichen Angebots des Filmstandorts Österreich.
Teil 2 folgt ...
Alexandra Gruber - 18. Jan, 17:03
Gerade ist der
„Beste Job der Welt“ und damit eine clevere Marketingaktion nach sechs Monaten vorbei. Die australische Tourismusbehörde hatte einen Inselranger für Hamilton Island in Queensland gesucht, 35.000 Kandidaten hatten sich beworben und der gekürte Ben Southall vor wenigen Tagen die Heimreise angetreten.
Coca Cola setzt nun ebenfalls auf eine spannende Marketingaktion und schickt im Rahmen der sogenannten "Expedition 206" drei Jugendliche ein Jahr lang um die Welt. Der größte Softdrinkhersteller der Welt startete damit mit Jahresbeginn 2010 das bisher
größte Social-Media-Marketingprojekt in der Unternehmensgeschichte.
Drei ausgewählte Jugendliche aus verschiedenen Erdteilen sollen dabei herausfinden, was Menschen glücklich macht. Ihre Erkenntnisse werden die drei Markenbotschafter, die mit Laptops, Videokameras und Smartphones ausgerüstet sind, dann über Internet und Web 2.0 so zeitnah und ausführlich wie möglich mit der Öffentlichkeit teilen. Der Startschuss erfolgte am 1. Januar 2010 in Madrid.
"Es kommt öfters vor, dass sich Leute ein Jahr Auszeit gönnen, um auf Reisen zu gehen. Einen Trip wie diesen, der seine Teilnehmer in 365 Tagen rund 275.000 Meilen in 206 verschiedenen Ländern zurücklegen lässt, hat es bislang aber wohl noch nicht gegeben", sagt man bei Coca Cola: Von Aruba bis zu Zimbawe ist jede Nation Reiseziel, in der Coca-Cola im Handel erhältlich ist.
Fans sollen Teil des Abenteuers werden
"Unser Ziel ist es, die Fans mit auf die Reise zu nehmen. Durch die Zuhilfenahme von Social-Media-Plattformen werden sie zu einem integrierten Bestandteil des Abenteuers", erklärt Clyde Tuggle, Senior Vice President im Bereich Global Public Affairs and Communications bei der Coca-Cola Company. Das Besondere an der geplanten Aktion liege darin, dass sie das Potenzial habe, die Menschen global gesehen näher zusammen zu bringen.
Um diese Zielvorgabe erreichen zu können, werde man die Fans direkt in alle wesentlichen das Reiseprojekt betreffenden Entscheidungen miteinbeziehen. "Interessierte können die Teilnehmer während der ganzen Zeit in
Echtzeit über die Homepage, Facebook, YouTube, Twitter, Flickr und andere soziale Netzwerke verfolgen. Sie werden auch als
virtuelle Reiseleiter agieren und dem Team Ratschläge erteilen, wohin es als nächstes reisen oder was es als nächstes tun soll", erläutert Tuggle.
Marketingerfolg völlig unklar
Ob Coca-Cola mit seinem ambitionierten Social-Media-Vorstoß den erhofften Marketingerfolg erzielen wird, ist auch PR-Mann Tuggle bislang noch völlig unklar. Prinzipiell gelte aber, dass heute jedes Unternehmen zur Stärkung der eigenen Marke zu stärken im Social-Media-Bereich präsent zu sein müsse.
Ausschlaggebend für den letztendlichen Erfolg der Aktion sei, ob sich tatsächlich ein sogenanntes "aktives Involvement" der Nutzer einstellen wird. Denn die Interaktivität sei der entscheidende Knackpunkt"Expedition 206".
http://www.expedition206.com
http://www.coca-cola.com
hlumamanfred - 6. Jan, 16:50
Australien ist bekannt für witzige und ausgefallene Veranstaltungen. In den letzten Monaten standen einige
skurrile Events und Wettbewerbe in Queensland auf dem Programm, für die man einen speziellen Humor haben muss. Aber eines muss man den „Aussies“ ja lassen. Sie schrecken vor nichts zurück, wenn es darum geht, mit kuriosen Veranstaltungen Gäste anzulocken.
Im September drehte sich in der kleinen verschlafenen Stadt Tully alles um
Gummistiefel. Einmal im Jahr kommen dort die Einheimischen zusammen, um das „Tully Golden Gumboot Festival“ zu feiern. Der Höhepunkt ist das Gummistiefel-Werfen. Jene Person, die den Gummistiefel am weitesten wirft, gewinnt. Den Start des Festivals markiert der 7,9 Meter hohe goldene Gummistiefel, der mit einer Parade durch Tully’s Hauptstraße geführt wird. Tully liegt 140 Kilometer südlich von Cairns. (www.tullygumbootfestival.com).
Die Erdnuss hingegen stand beim „Kingaroy Peanut Festival“ im Vordergrund. Kingaroy wird auch als Australiens „Erdnuss-Hauptstadt“ bezeichnet. Der „Peanut Strongman“-Wettbewerb gilt als inoffizielle
Weltmeisterschaft im Ziehen von Erdnuss-Dreschern. Das Ereignis findet sich sogar im Guinness-Buch der Rekorde. (www.kingaroypeanutfestival.com.au)

Im sonst so ruhigen Outback wurde ebenfalls im September richtig viel geboten. Neben Konzerten, der Verleihung der
„Waltzing Matilda Bush Poetry Awards“ und Ausstellungen von historischen Kraftfahrzeugen standen beim 20. „Outback Festival“ in Winton auch kuriose Wettbewerbe auf dem Programm. Es wurden unter anderem nach dem „Outback Iron Man“ und „Iron Woman“ gesucht, die in verschiedenen Disziplinen ihr Können unter Beweis stellen mußten. Das Highlight dabei ist
das alljährliche Plumpsklo-Rennen – das „Australian Dunny Derby“. In Teams treten die Kontrahenten gegeneinander an und versuchen, am schnellsten ihr Klo-Häuschen samt „Benutzer“ durch einen Parcours zu tragen (www.outbackfestival.org).
220 Kilometer südwestlich von Brisbane, in Millmerran, trafen am ersten Oktoberwochenende an die 10.000 Menschen zum „Australian Camp Oven Festival“, um gemeinsam mitten in der Wildnis um die Wette zu kochen. Allerdings stand nicht nur Kochen auf dem Programm. Attraktionen sind
Ofenklappen-Weitwürfe, Wettstreits im Briefkastenbauen sowie die „Damper Throwing Competition“. Hier gewinnt derjenige, der australische Buschbrote am weitesten wirft (www.australiancampovenfestival.com.au).
Da Australien sowiewo immer wieder mit Austria verwechselt wird, sollte man auch in der Alpenrepublik originellere Veranstaltungen organisieren.
Eine davon fand am ersten Oktoberwochenende statt:
die Riesenkürbis-Staatmeisterschaft 2009 im oststeirischen Eichberg bei Rohrbach. Es galt den österreichischen Rekord von 435 kg Kürbisgewicht zu übertreffen.
Die kleine Gemeinde ist einer der rund 50 weltweit anerkannten offiziellen Riesenkürbis-Abwiegestellen der GPC (GreatPumpkinCommonwalth), der weltgrößten Riesenkürbiszüchtervereinigung.

45 Riesenkürbisse aus sieben Bundesländern wurden zur GPC-zertifizierten Wiegung angeliefert. Der Siegerkürbis brachte dann ein neues
Rekordgewicht von 447,5 kg auf die Waage. Zehn Kürbisse wogen über 300 kg, davon zwei über 400 kg.
Nach dieser beachtenswerten Leistung fehlt jetzt noch – mit kleineren Exemplaren - ein Weitwurf-Bewerb und die Meisterschaft im Kürbiskegeln.
Weiter Anregungen gefällig: beispielsweise ein Fiakerrennen auf der Wiener Ringstrasse, Schilfflöten-Schnitzen am Neusiedler See oder ein Fotowettbewerb
„Die schönste Kuhflade“ …
hlumamanfred - 8. Okt, 11:27
Nun haben wir also die lange Nacht der Museen überstanden: über 400.000 Menschen strömten in unterschiedlichste Ausstellungshallen und entdeckten mancherorts zweifellos Neues – wer kennt sonst schon das „Schneekugel-Museum“?
Diese gute Idee der „Langen Nacht der Museen“ stammt vom ORF, der sie einigen Jahren professionell und konsequent betreibt.
Doch kaum war der Riesenevent erstmals über die Bühne gegangen, tauchten relativ schnell Nachahmer auf. Wenn schon nicht untertags, vielleicht kriegt man die Menschen ja abends in die heiligen Hallen, dachten sich unternehmerische Pfarrer, und schon war die lange „Nacht der Kirchen“ geboren. Es folgten lange Nächte der Forschung, der Musik, des Hörspiels und des Kabaretts.
Immer mehr sprangen auf den Zug auf: Es gibt die lange Nacht des Kabaretts (nein, nicht im Parlament), der Spiele (im Wiener Rathaus), der Sprachen, der Mathematik, der Wirtschaft, des Kapitals und die der Immobilien (organisiert von Remax).
Die lange Nacht der Gesundheit und die der Indianer (auf der Schallaburg), die der Manz-Autoren und natürlich eine des Weins reihten sich ebenfalls ein.
Es gab bereits die lange Nacht mit CSI, die des kurzen Films (im Rahmen der Diagonale), die des Tanzes (Tanzschule Rueff) und die des Zahlenzaubers.
Dass sich die Geburtenzahlen bei so viel langen Nächten nicht erhöhen, verwundert kaum. Aber zum Glück gibt es ja auch wenigsten eine lange Nacht der Liebe im Hotel Orient …
hlumamanfred - 5. Okt, 22:33
„Nur etwa ein Drittel der Senioren frequentiert noch das klassische ‚Pensionistenbankerl’ im Park“, sagt Hans Schnait, Geschäftsführer von coop 50 Plus. Passivität, Desinteresse und Betreuungsbedürftigkeit ehemaliger Seniorengenerationen sind Parametern wie aktiver Lebensgenuss, Bildungshunger und Gesundheitsorientierung gewichen.
Was das für den Tourismus heißt? „Die Angebotsdesigner müssen sich einen 40- bis 45-jährigen, wohl situierten Kunden vor Augen halten“, rät Schnait. Zukunftsforscher Reiter wagt sich weiter vor: „Die Älteren fahren künftig nur dorthin, wo auch die Jungen hinkommen. Schließlich sind sie darauf erpicht, authentische Jugendlichkeit zu leben.“ Seine Annahme: Destinationen, die junge Trendsetter ansprechen und für sich gewinnen, können in der Folge bei allen Generationen punkten. Die Ansprüche ähneln jenen an die Mode: trendig wie für 20-Jährige, jedoch nicht ganz so figurbetont und nicht ganz so knallig. Besonders den österreichischen Sommerzielen täte ein Staubwedel dringend Not, fügt der gelernte Visionär Reiter hinzu.
Generationsgerecht aufbereitet
„Alt will jeder werden, aber keiner will es sein“, heißt es treffend. Ältere Menschen verfolgen heute das Ziel, möglichst lang fit und aktiv zu bleiben, körperlich wie geistig. Eine Chance für moderate Fitness- und Sportangebote wie Nordic Walking, Langlaufen und Yoga und für Gesundheitsvorsorge, die in ihrer nachhaltigen, medizinisch betreuten Ausrichtung weit über Wellness hinausreicht. Ebenfalls gefragt: geistige Herausforderung, verpackt im Sprachkurs oder in der Wissensvermittlung in Form von beispielsweise einer „Architektour“.
Die körperliche Leistungsfähigkeit verringert sich trotz Gesundheitsbewusstseins naturgemäß mit den Jahren. Gewisse körperliche Unzulänglichkeiten wie eine Sehschwäche oder ein eingeschränkter Bewegungsradius geraten dann in einen Widerspruch zur jugendlichen Lebensführung. Für die Touristiker heißt es, genau hier mit einem modifizierten Angebot anzusetzen: Abschied nehmen von Kleingedrucktem in den Katalogen, von allzu bodennahen Betten und Sitzmöbeln, zur gefährlichen Rutschpartie neigenden Fliesenböden und einer Reihe Barrieren mehr.
„Urlaubsziele mit ausgeprägtem Servicecharakter werden das Rennen um den reifen Gast machen“, skizziert Reiter die mögliche Entwicklung. Der erfahrene Konsument schätzt Annehmlichkeit bis ins Detail: Die Buchungsbereitschaft steigt mit bequemen Features wie z. B. dem beheizten Skistall oder ganz einfachen, aber wirkungsvollen Goodies wie dem Kofferservice. Ein gutes Maß an Convenience schätzt im Übrigen auch die jüngere Generation, ebenso wie leicht verständliche und klar formulierte Botschaften.
Die Marketingteams sehen sich vor der Herausforderung, ein bedürfnisgerechtes Angebot mittels eleganter Diktion zu vermitteln, ohne am Alter anzustreifen. Wo einst „Senioren-“ draufstand, ist heute „Portion für den kleinen Hunger“, oder „Komfortliege“ oder „barrierefreier Zugang“ zu lesen. Der Lebensmitteltest, bei dem sich ein hochpreisiges Biomüsli namens „Vital plus“ durchsetzte, ausgestattet mit großen, farblich kontrastierenden Packungs-Lettern, gilt Schnait als Paradebeispiel für die Konsumhaltung einer Generation.
Undercover-Marketing
Und die vorbildlichen Beispiele aus Österreichs Tourismuslandschaft? Nun, wenn Sie bisher aufmerksam gelesen haben, wissen Sie, dass diese – zumindest offiziell – nicht existieren. Die Experten bewerten Angebote, die plakativ mit Altersbezeichnungen operieren, ja als richtig gehend kontraproduktiv. Erfolgversprechender scheint die unauffällige Ausrichtung von Angeboten und Marketing an die Bedürfnisse des älteren Publikums, damit die PEGGIs oder wie immer sie heißen, voll auf ihren jugendlichen Urlaubsgenuss kommen.
How to do
So holen Touristiker die erfahrenen Gäste mit hohen Ansprüchen an Standards und Serviceleistung ins Boot.
Angebotsgestaltung
• Bedürfnisse des reifen Marktes sondieren (Markforschung, Berater)
• seitens der „Jugend“ präferierte Produkte an die Anforderungen „älterer Generationen“ anpassen
• Convenience als Programm, z. B.:
Point-to-Point-Transport plus Kofferservice mit Förderbändern, Aufzügen, Shuttles;
„vorgewärmte“ Skiställe, Liftssessel
Beseitigung von Stolpersteinen wie Schwellen, Stufen, diffusen Lichtverhältnissen;
lesbare Schriftgrößen und Farbkontraste in Printprodukten, auf Displays und Websites;
Betten, Liegen und Polstermöbel „höher legen“, bequemer Einstieg ins Pool;
einfach bedienbare technische Geräte;
geführte Touren, betreute sportliche Aktivitäten
usw.;
In den Hotelshops z. B. Lesebrillen, Geschenke für die Enkel u. a. anbieten
Marketing und Kommunikation
• Klar und einfach formulierte Botschaften
• auf Altersangaben verzichten, stattdessen mit Signalwörtern arbeiten: Barrierefreiheit, stufenlose Erreichbarkeit, Aufzug, „Komfort-„ als Präfix für Liegen und Betten; „geräumig“ für Badezimmer und Schränke; von „Anti-Aging“ zu „Better Aging“ wechseln
gefragte Urlaubsformen
• Medical Wellness
• Erlebnis Natur, Land und Leute
• sanfter Aktivurlaub mit Langlaufen, Nordic Walking, Yoga, Schneeschuhwandern, Aqua-Sport, Höhenwandern usw.
• Studien-, Kultur- und Städtereisen
• Seminare und Kurse für Weiterbildung und Hobbys
• für den Urlaub mit Kindern (ob Enkerl oder Nachzügler): Urlaub am Bauernhof und See
Quellen: Rainer Münz, Leiter Entwicklung & Forschung Erste Bank, Hans Schnait, Geschäftsführer coop 50plus, Andreas Reiter, Zukunftsforscher, Hans Embacher, Geschäftsführer Bundesverband Urlaub am Bauernhof
Die Marktmacht der Silver Ager
• 42 % der EU-Bevölkerung werden 2020 über 50 Jahre alt sein
• In Österreich liegt der Anteil der über 60-jährigen bei 22 Prozent, 2030 wird er bei einem Drittel ankommen.
• In Deutschland leben etwa 31 Mio. Menschen über 50, 2020 werden es 37 Mio. sein.
• 51 % der deutschen Haushalte werden von Personen geführt, die über 50 sind
• Die jährliche Kaufkraft der Generation 50plus in Österreich beträgt 18,2 Milliarden Euro, das verwaltete Vermögen rd. 30 Mrd.
Quelle: coop 50 plus, Statistik Austria
Text: Alexandra Gruber
hlumamanfred - 3. Sep, 15:00
Die Gesellschaft altert, jedoch gar nicht still und leise. Die Generation der Baby-Boomer tauscht Lebensabend gegen -lust und schätzt ausgeprägten Service, besonders im Urlaub. Vom Potenzial des „Silber-Markts“, neuen Perspektiven und alten Klischees.
Haben Sie Ihren Seniorenausweis dabei?“ Fragen dieses Kalibers könnten sie richtig auf die Palme bringen, gab Christiane Hörbiger in einem Interview zu Protokoll. Warum? Ganz einfach: Weil sich die Hörbiger mit siebzig im Lebensstil einer klassischen Seniorin ganz und gar nicht wiederfindet.
Diese Einstellung dürfte bei einer ganzen Generation auf breite Zustimmung stoßen. Laut Berliner Altersstudie des Max Planck Institute for Human Development fühlen sich Menschen über 50 heute mindestens ein Dutzend Jahre jünger als im Pass vermerkt. Mittlerweile sind die Baby-Boomer der Nachkriegszeit, repräsentiert durch Aushängeschilder wie Iris Berben (58), Niki Lauda (60) oder Thomas Gottschalk (59), in den besten Jahren angekommen – eine Generation, die sich, wenn überhaupt, frühestens mit 75 in die Senioren-Schublade stecken lässt. Eben darum bedienen sich die Marketing-Macher – meist nicht minder schmeichelhafter – Euphemismen. Schon gehört vom „älteren Youngster“, von der „Generation Happy End“ oder den „neue Alten“?
Die Zukunft wird älter
Mit gefühlten 38 Lenzen bereits zum alten Eisen zählen? Mitnichten, eher zur Mehrheit, wie die demografischen Fakten belegen. „Die Alterung der Bevölkerung im gesamten westlichen Industrieraum ist eine der wenigen zu prognostizierenden Fixgrößen für die nächsten 50 Jahre“, so Zukunftsforscher Andreas Reiter. Drei Millionen über 50-Jährige stellen in Österreich schon heute über ein Drittel der Bevölkerung. In 20 Jahren werden Berechnungen der Statistik Austria zufolge 45 Prozent der Österreicher – rund vier Millionen – ihren 50. Geburtstag bereits hinter sich haben.
Generationensprung in die Vergangenheit: In den 1980er-Jahren kaprizierten sich zunächst private Fernsehsender wie RTL und SAT 1 auf die 14- bis 49-Jährigen als werberelevantes Publikum, als Restgröße blieb eben die Generation 50plus – bis heute, obwohl die damaligen Parameter keinerlei Gültigkeit mehr besitzen. Im Gegenteil, die Momentaufnahme bescheinigt den Mitfünzigern bis -siebzigern hohes Konsumpotenzial. Sicheres Einkommen sowie geringe Fix- und Anschaffungskosten für Wohnen & Co. erheben die vom Marketing häufig stiefmütterlich Behandelten in den Konsumadel. In Österreich stehen den über 50-Jährigen an die 30 Mrd. Euro Vermögen zur Verfügung, die jährliche Kaufkraft überschreitet 18 Mrd. Euro.
Grauer Markt, rosiges Potenzial„Die Angehörigen dieser Generation sind meist anspruchsvolle Verbraucher, die für Qualität und guten Service gerne mehr ausgeben. Dies eröffnet dem Handel, aber auch anderen Sparten, wie der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, vielfältige neue Chancen", bezog sich Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), im Rahmen der Informationsveranstaltung „Beste Geschäfte mit der Generation 50plus“ auf die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der WKO.
„In einer Gesellschaft des Jungseins gibt sich der Marktdialog mit den älteren Generationen als Gratwanderung, die keinesfalls auf Alters-Etikettierung und Ghetto-Produkten aufbauen darf“, betont Hans Schnait, Geschäftsführer von coop 50 Plus, einer auf Generationenmarketing spezialisierten Beratungsplattform aus Maria Lanzendorf bei Wien. Der „Senioren-Teller“ auf der Speisekarte oder die „Seniorenfahrt mit dem Bus“ gelten längst als restriktive Elemente beim Vorhaben, den modernen reifen Gast abzuholen.
Vertreter des „Reifenetzwerks“, einer Plattform deutscher Unternehmen aus Markt- und Werbungsforschung, meinen, ein Schlupfloch aus der ungeliebten Etikettierung durch das biologische Alter gefunden zu haben: Der Begriff „PEGGI“ steht für Persönlichkeit, Erfahrung, Geschmack, Geld, Interessen und spiegelt einen Lifestyle, nicht das biologische Alter wider.
PEGGIs im Profil
Persönlichkeit: vielschichtig & inhomogen
Erfahrung: selbstbewusst & erfahren
Geschmack: ausgebildet, anspruchsvoll & genussfähig
Geld: meist gutes Auskommen
Interessen: vielseitig & intensiv
Quelle: www.reifenetzwerk.de
Text: Alexandra Gruber
hlumamanfred - 2. Sep, 16:05
Kennen Sie den? Ein Polizist nimmt einen tödlichen Unfall auf. „Der Verunfallte lag mit dem Kopf auf dem Trott.., Tottar…, Trotrori …,“ versucht er vergeblich den Bericht zu formulieren. Dann gibt er der Leiche in seiner Verzweiflung einen Schubs: „Der Verunfallte lag auf der Strasse“.
Damit derartiges in der Realität nicht passiert, werden Polizeianwärter in Österreich bei den Aufnahmetests neben der körperlichen Fitness – um die es meist nicht sonderlich gut bestellt ist -, nun auch auf ihre sprachlichen Fähigkeiten getestet. Erschreckenderweise reduziert sich die Schar der Kandidaten dabei dramatisch: Gefragt werden zuerst Grammatikregeln und Rechtschreibung. Von denen, die das geschafft haben, scheitert dann jeder Zweite beim Diktat. „Die Kandidaten haben tatsächlich grobe Mängel bei der Rechtschreibung“, heißt es auch dem Innenministerium. Man könne das aber nicht tolerieren, da die Bürger zu Recht erwarten, dass Berichte und Protokolle einwandfrei formuliert sind. Ob man jetzt eine eigene Sprach-Polizei einführen will, die künftig auch den alt gedienten Polizisten mit Wort und Rat zur Seite steht – weil die mussten, wie man oft merken kann, ja keine so strenge Tests durchlaufen -, ist offen…
Manfred Hluma
hlumamanfred - 26. Mai, 10:35