Donnerstag, 14. Juli 2016

Neue Generation von Luftschiffen: Elefanten der Lüfte

In der aktuell erschienen Ausgabe der SKY Revue (www.skyrevue.at) wird über neue Luftschiff-Projekte berichtet.

Gemeinsam ist allen Projekten, dass sie sich nicht als Ersatz für Transportflugzeuge positionieren, sondern eher als Alternative zu Schiffen, die treibstoffsparend auch Binnengebiete befahren können.

Derzeit beeindruckt vor allem der Airlander von Hybrid Air Vehicles die Enthusiasten und amüsiert den Zuseher, denn die Form der Doppelrumpf-Hülle erinnert von vorne an einen knackigen Po. In zwei Größen bastelt der britische Hersteller an einer Auferstehung der Gas-Giganten. Dabei ist der kleinere Airlander 10 mit 92 Metern Länge (das sind zwölf Meter mehr als ein A380) und einer Tragkraft von zehn Tonnen auch schon ganz schön groß.
Airlander50CG-blog
Im Auftrag der US Army bastelte Hybrid Air Vehicles in Zusammenarbeit mit Northrop Grumman von 2010 bis 2013 am LEMV, einem militärischen Luftschiff, das für Aufklärungsflüge in Afghanistan eingesetzt werden sollte. Das Projekt scheiterte letztlich an Sicherheitsbedenken und seinem unpräzisen Zeitplan. Die zivile Wiedererweckung gelang mittels Crowdfunding, bei dem unter anderem der flugbegeisterte Iron-Maiden-Sänger Bruce Dickinson – er pilotiert auch die Band-eigenen 747 auf Tour - für marktgerechte PR sorgte. Wenn der “Kleine” erst einmal fliegt, will man bei Airlander erst recht hoch hinaus - mit einer 119 Meter langen Version, deren Tragkraft über 50 Tonnen bewegen kann. Als Lasttransporter eignen sich die Luftschiffe der neuesten Generation natürlich vor allem dort, wo eine dauerhafte Infrastruktur fehlt.

Auch in den USA hat man den Traum der wirtschaftlich nicht leichten Fliegerei noch nicht aufgegeben. Das Luftschiff von Lockheed Martin wird als Kreuzung aus Luftschiff, Flugzeug, Helikopter und Hovercraft beschrieben. Der optisch auffälligste Unterschied zu bisherigen Projekten sind die runden Lande-Luftpolster, die Landungen auf jedem Untergrund ohne weitere Vorbereitungen ermöglichen sollen. Nach der Landung saugen sich die Füße am Untergrund fest und garantieren einen festen Stand. Mit 21 Tonnen Tragkapazität bei 160 Kubikmetern Ladevolumen und zusätzlichem Platz für 19 Passagiere ist der Luft-Lastesel P-791 für alle Einsätze gerüstet und hat einen Vorteil gegenüber seinen britischen Kollegen: Er fliegt bereits, und das seit 2006. Mit 60 Knoten Geschwindigkeit ist er dabei deutlich schneller, als die bullige Form vermuten ließe.

Dass die Wiederauferstehung der fliegenden Legenden nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist, hat man in Süddeutschland bereits bewiesen. Der Zeppelin NT, Nachfolger des Urgesteins der Luftschifffahrt, ist seit den 90er-Jahren unterwegs. Zwar sind die markanten Silhouetten vor allem für publikumswirksame Panoramaflüge bekannt, doch der verjüngte Zeppelin konnte sich auch in Diamantensucheinsätzen in Südafrika und Botswana beweisen. Technologisch beeindruckte die Friedrichshafener Luftschiffwerft in ihren Luftschiffen mit einer Kombination aus alt und neu, denn im Cockpit der traditionsbewussten Zeppeline steckt reichlich High Tech, die unter anderem das Fly-By-Wire-System aus dem Hause Airbus einsetzt.

Beim kalifornischen Hersteller Aeros wurde der Prototyp Dragon Dream zwar kurz nach den ersten Schwebestests 2013 durch einen Halleneinsturz zerstört, doch es geht weiter. Der kleinste aus der dort geplanten Flotte, der ML866 mit 66 Tonnen Tragkraft bei 170 Meter Länge, soll bereits im nächsten Jahr seinen Erstflug absolvieren. Größere Modelle bis hin zu 500 Tonnen Tragkraft sollen folgen.

Auch ein russischen Gigant ist gestartet: RoseAercoSystems baut Luftschiffe bereits seit 1991, doch der derzeit im Test befindliche Atlant bringt ganz neue Features mit. Mit seiner Carbon-Hülle wird er gegen besonders widrige Wetterbedingungen gewappnet sein, die vertikale Manövrierfähigkeit wird durch ein neues System des Ein- und Abpumpens von Außenluft verbessert, das für die nötige Lande-Schwere und Start-Leichtigkeit sorgt. In zwei Größen, mit 30 und 60 Tonnen Kapazität, soll der Atlant bereits 2018 für das russische Militär zur Verfügung stehen.
Die SKY Revue wird von #Gassner&Hluma Communications www.gh-pr.at produziert.

Freitag, 25. April 2014

Wer teilt, hat mehr - Share Economy im Tourismus (1)

Tauschen und Teilen erlebt auch im Urlaub einen Aufschwung. Der Tourismus kann von dem Bedürfnis nach mehr persönlichem Kontakt profitieren – mithilfe von Apps, Kooperationen und dem Erlebnis der Privatsphäre.

Text: Florian Wörgötter

Copyright: dreamstime.com

Die Menschen teilen nicht erst, seit es Facebook gibt. Doch noch nie waren sie so großzügig wie heute: Sie organisieren Beifahrer (mitfahrgelegenheit.at), besorgen ihre Einkäufe mit dem Leihauto (car sharing.at), mieten Schreibtische in Büros (needspace.com), streamen Musik über Clouds (spotify.com) oder kochen mit Fremden gemeinsame Abendessen (cookening.com). Wer dringend eine Toilette sucht, bekommt sogar Zutritt zu fremden Badezimmern (airpnp.co). Vorausgesetzt, man ist ein registriertes Mitglied auf einer dieser Sharing-Plattformen.

Zugang statt Eigentum
Das Geben ist das neue Nehmen, das Teilen das neue Haben – so sehen das zumindest die Anhänger der Share economy, eines Trends, der auf kollaborativem Konsum basiert und von sozialen Medien und smarten Technologien beflügelt worden ist. Diese Menschen teilen Ressourcen wie Zeit, Raum, Wissen, essen, Können, Geld – und vor allem: Vertrauen. Sie verwenden Waren weiter, anstatt sie wegzuwerfen. Sie nutzen Eigentum gemeinsam anstatt alleine. Sie bezahlen den Nutzen eines Gutes auf Zeit, ohne es zu kaufen. „Nicht mehr der Besitz zählt, sondern der Zugriff darauf“, so beschrieb der Vordenker Jeremy Rifkin den Trend schon im Jahr 2000 in seinem Buch „Access“. Für manche aber ist dieses neue Tauschen und Teilen nichts mehr als ein alter Hut. Was ist nun wirklich neu an der Share economy? „Neu sind das Ausmaß und die Menge des Teilens die digitalen Kommunikationsformen im Internet und die neuen Formen der Gemeinschaft, die daraus entstehen“, erklärt Anja Kirig vom Zukunftsinstitut Deutschland. „Neu ist auch, dass wir unser Konsumdenken verändern, zum Teil aus nachhaltigen Motiven, zum Teil aus finanziellen.“

Weniger ist mehr
„Wer teilt, greift auf eine Menge zu, die er niemals besitzen könnte“, erklärt Dietmar Dahmen. Der Marketingexperte berät seit zwanzig Jahren Unternehmen, wie sie ihr Branding zukunftstauglich machen. Sharing bedeute nicht, weniger zu haben. „Wenn wir ein Auto teilen, haben wir davon nicht die Hälfte, sondern wir haben das ganze Auto, aber eben nur, solange wir es benötigen.“ Entscheidend für den Erfolg des Tauschens im Internet seien drei Dinge: erstens die Kontrolle durch die Nutzer, die ihre Tauscherfahrungen in Schulnoten oder Kommentaren bewerten – mit einem Blick wird ersichtlich, wie zuverlässig ein Teilnehmer ist; zweitens eine Versicherung, die im Schadensfall für die finanzielle Vergütung aufkommt; drittens die digitale Transparenz, genau zu wissen, wo in unmittelbarer Nähe das nächste gesuchte Gut zu finden ist. Laut Dahmen hat die Share economy der Bedürfnispyramide eine neue Spitze aufgesetzt. Ganz oben thronte bislang das Grundbedürfnis der Selbstverwirklichung, das von fehlendem Besitz eingeschränkt wurde. „Share economy verhilft Menschen dazu, sich selbst zu verwirklichen.“ Das solle auch das Ziel des Tourismus sein: dem Gast zu helfen, sich selbst zu verwirklichen.

Live Like A Local
Nüchtern betrachtet, war der Tourismus stets eine Share economy. Gemeinschaftlicher Konsum am Hauptplatz oder im Hotel macht für viele Gäste erst das Reiseerlebnis aus. Auch der Verleih von Ski oder Booten ist nicht neu. Und schon gar nicht, sein Privatzimmer zu vermieten. Vor allem in der Stadt teilen Bewohner Kultur und Infrastruktur mit den Gästen, meint Norbert Kettner, Direktor von WienTourismus. er beobachtet einen wachsenden Einfluss der internetbasierten Share economy zum einen auf die Mobilität, was die steigende Nutzung des Car- und Bikesharings belegt, zum anderen auf die Beherbergung. „Der globale Trend des Wohnens auf Zeit, wie ihn Airbnb und Co anbieten, wird immer stärker. Das Motto lautet: ,Live Like A Local‘ – und zwar in jeder Beziehung.“ Immer mehr Touristen übernachten nicht mehr im Hotel, sondern bei Privaten, die ihre Couch, ein Zimmer, die ganze Wohnung oder ihr Haus im Internet anbieten. Onlineplattformen wie Couchsurfing oder Hospitality Club stellten einst noch den interkulturellen Erfahrungsaustausch in den Vordergrund und untersagten das kommerzielle Vermieten. Airbnb entwickelte daraus 2007 ein Geschäftsmodell und kassiert seitdem Millionen an Provision pro abgeschlossener Buchung. Wimdu und 9flats bieten ein ähnliches Service an. Die Hotellerie hatte schon immer ihre Schwierigkeiten mit dem rechtlichen Graubereich der Privatvermietung. Seit Airbnb ist diese aber zur ernsthaften Konkurrenz geworden. „Der Trend ist interessant, weil Gäste über diese Angebote anreisen, die sonst nicht gekommen wären. Tourismus kann in Gegenden und Stadtteilen stattfinden, wo sonst Gäste nicht hinfinden“, beschreibt Maria Wottawa die Vorteile dieses Trends. Sie leitet den Bereich Themenmanagement/Regionen der Österreichischen Hoteliervereinigung – und betont mit Nachdruck: „Alle Anbieter müssen nach den gleichen Regeln spielen.“ Ins selbe Horn bläst Kettner: „Wir können einen sozialen Trend nicht ignorieren, aber wir können dafür sorgen, dass alles transparent abläuft. Die Spielregeln festzusetzen ist Aufgabe der Politik.“ es fehle an Rahmenbedingungen, die einen fairen Wettbewerb sicherstellen. Kurz: gleiche Auflagen, gleiche Vorschriften, gleiche Abgaben für alle, die eine ähnliche Leistung anbieten. Dennoch bringe es wenig, über gesellschaftliche Entwicklungen zu jammern, meint Kettner. „Hoteliers müssen sich neuen Trends schneller anpassen und proaktiv mit ihnen umgehen.“

Geteiltes Leid, halbes Leid
Wer als Touristiker von der Share economy und der Onlineprivatvermietung lernen möchte, muss verstehen, was die Menschen dazu bewegt, ein bereits bewohntes Zimmer den Servicestandards eines Hotels vorzuziehen. „Die Gäste suchen Lokalkolorit und den Anschluss zu den einheimischen. Sie wollen maßgeschneiderte Insidertipps und jenseits des Mainstreams reisen“, analysiert Wottawa die Wünsche der Privatmieter. Klassische Beherbergungsbetriebe nehmen sie als unübersichtlich oder unpersönlich war. Vermutlich erhoffen sie sich auch einen günstigeren Preis. „Manche möchten einfach hip und zeitgeistig sein.“ Auch Kirig sieht die Lösung für den Tourismus darin, die Sehnsüchte hinter dem Trend aufzugreifen: den Wunsch nach dem Privaten und Persönlichen, dem Individuellen und dem Authentischen, dem Vertrauen und dem Leben der Menschen vor Ort. „Couchsurfer werfen einen voyeuristischen Blick in eine alternative Lebenswelt, was für sie wohl das Spannendste am Konzept ist“, beschreibt Kirig den Reiz von Airbnb und Co. Hoteliers müssten ihren Gästen über die Atmosphäre das Gefühl geben, dass sie nicht in einer austauschbaren Pension wohnen. Besonders die Mitarbeiter könnten das Gefühl von Heimat auf Zeit vermitteln. Kirig verweist auf ein Konzept der Indigo-Hotels, die in ihren Lobbys interaktive Touchscreens aufstellen. Mitarbeiter empfehlen auf diesen Plattformen ihre Lieblingsplätze in der Region. „Wenn die Menschen gerne an einem Ort wohnen, strahlt das auch auf die Touristen aus“, ist sie überzeugt.

FORTSETZUNG FOLGT

Mehr Texte, Bilder und Töne von Florian Wörgötter finden Sie hier: http://phonographix.wordpress.com/

Wer teilt, hat mehr - Share Economy im Tourismus (2)

Mehr Schärfe im Profil
Wottawa rät Hotelbetreibern, sich klarer zu positionieren. Je pointierter, spezieller und hochwertiger die Leistung, desto weniger Gäste würden sie an das Couchsurfing verlieren. Vor allem dort, wo das Angebot austauschbar ist, droht ihrer Meinung nach die Gefahr, verdrängt zu werden. „Die Hotellerie ist nicht gut beraten, etwas zu kopieren, was sie nicht ist.“ Beherbergungsangebote der Share economy seien eigenständige Produkte, die sich bewusst von dem differenzieren, was im Hotel angeboten wird. „Wer die Couch sucht, möchte kein Fünf-Sterne-Bett.“ Hotels sollten deren Motivation aber durchaus ernst nehmen – was sie auch täten. Daher entstünden mehr kleinteilige, intime und persönliche Angebote.

Authentische Klischees
Eines davon ist das Angebot Chez Cliché, das den Wunsch nach Privatsphäre aufgreift und die Lücke zwischen dem klassischen Hotel und der Appartementvermietung schließen möchte. Jedes der acht Appartements ist nach den Eigenschaften eines anderen fiktiven Charakters designt. Die Wohnung des Kulturjournalisten Beat etwa ist mit Schallplatten tapeziert, inmitten des Retro-Chics liegt ein Gitarrenkoffer, eine Discokugel übernimmt die Beleuchtung. Sein fiktives Profil auf der Webseite verrät neben seinem Werdegang auch, wie dieser Beat ungefähr aussieht, seine Leidenschaften und wo diese in Wien am besten ausgelebt werden können. „Wir treiben den Wunsch nach Authentizität auf die Spitze“, lacht Alexander Sprick, der Geschäftsführer von Chez Cliché. „Wir wollen das Gefühl vermitteln, man kommt nicht als Tourist in eine fremde Stadt, sondern wohnt bei jemandem, den man kennt.“ Besonders wichtig sei es, eine persönliche Beziehung zum Gast herzustellen. Sprick bespricht schon vorab, was die Gäste wünschen, holt sie vom Flughafen ab und verbringt schon mal die Freizeit gemeinsam mit ihnen. „Wir geben den Menschen authentische Tipps jenseits der klassischen Sehenswürdigkeiten und schicken sie in Restaurants, Bars oder Bäckereien, wohin wir auch gerne gehen.“

Kenne deine Mission
„Das wertvollste Gut in der Tourismusindustrie ist nicht das Hotel, sondern der Gast – und in diesen müssen Sie investieren“, rät Dahmen der Branche. „Zimmer und Bett kann man nachbauen, den Kunden nicht.“ Das Ziel sollte sein, dass sich der Gast weniger als Fremder fühlt. Außerdem sei es wichtig, zu wissen: Was ist die Mission meiner Marke? Und wie könne sie dem Gast dabei helfen, sich selbst zu verwirklichen? Was der Gast außerhalb des Hotels dafür benötige, ließe sich auf Basis der Share economy leichter realisieren. Anstatt Leistungen selbst anzubieten,
verbessern Kooperationen das Erlebnis für den Gast. „Der Kerngedanke, Dinge zu verbinden, muss neu interpretiert werden“, sagt Dahmen.

Share and Ride
Auch im Bereich der Mobilität rentiere es sich, mit Partnern aus der Region zusammenzuarbeiten. „Wer einen Mobilitätstrend erkennt, sollte seinem Publikum für die Anreise ´nachhaltige Systemlösungen anbieten“, empfiehlt Wottawa und verweist auf den gemeinsamen Shuttleservice der Hotels in Obertauern. ein Taxiunternehmen der Region holt die Gäste zum Pauschalpreis vom Flughafen ab. Die Buchung
erfolgt per Mausklick, im Idealfall in Zukunft sogar über eine intelligente Smart phone-App. Vor allem in der Mobilität habe die Share economy große Chancen. Wottawa träumt von einem One-Way-Mobility-Ticket, einem einzigen Fahrschein, der Bahn und Flug, Carsharing und Nahverkehr miteinander verschränken könnte. eine App dazu informiert über Abfahrtszeiten und Anschlüsse, die günstigsten Preise und das Wetter. Individuelle Lösungen wie diese würden den Tourismus nachhaltig positiv beeinflussen, meint sie.

What’s App?
Onlineplattformen und Smartphone-Apps bergen vor allem wegen ihrer Möglichkeiten des Referenzierens großes Potenzial, den Tourismus noch mehr zu individualisieren. Während etwa das soziale Netzwerk TravBuddy.com Reisende untereinander vernetzt, ermöglicht es die Smartphone-App UrbanBuddy.com, direkt mit einheimischen in Kontakt zu treten. Das Motto lautet: „Finde das Beste eines Ortes, frage einen Local.“ Spannend würden diese Services werden, wenn sich die Informationen nach den eigenen Interessen richten würden. „Ein einheimischer oder Insider mit einem ähnlichen Profil wie meinem wird mir eher empfehlen können, was ich sehen möchte, als ein unpersönlicher Reiseführer“, sagt Wottawa. In Österreich würden Apps aber bisher eher auf dem klassischen Weg eines Travelguides durch Destinationen führen; personalisierte Apps würden noch fehlen.

Treue durch Transparenz
Hotels müssen sich auch die Frage stellen, wie sie mit den Inhalten umgehen, die ihre Besucher im Internet teilen. Offenbar wollen Menschen ihr Urlaubserlebnis anderen zeigen, meint Wottawa. Diese hohe Bereitschaft zum Sharing solle gefördert werden. Wenn Gäste ihren Aufenthalt im Internet als zufrieden bewerteten, würde sich das auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Tourismusbetriebes niederschlagen, sagt sie. War ein Gast hingegen unzufrieden, beschwert er sich nicht mehr nur an der Rezeption. er erklärt detailreich auf Facebook, was falsch gelaufen sei, oder vergibt eine schlechte Note auf einem der zahlreichen Bewertungsportale. „Wenn ich als Hotelier nicht auf meine Bewertungen im Netz reagiere, leidet meine Präsenz darunter“, sagt Kettner. „entweder beklage ich den Autonomieverlust oder ich profitiere von dem Feedback.“ Wie sich Hotels dem real-digitalen Leben der Menschen am besten anpassen können, beschreibt das Handbuch „Hotel der Zukunft 2014“. Das von der WKO und dem Zukunftsinstitut Österreich herausgegebene Arbeitsbuch ortet im Trend des digitalen Teilens die große Chance, mehr über die Bedürfnisse der Menschen zu erfahren. Wer soziale Medien, Blogs und Chats gezielt adressiert, kann von diesem Wissen profitieren und Kunden binden.

Dieser Artikel ist auch im bulletin, dem Fachmagazin für die touristische Praxis der Österreich Werbung, Ausgabe 04/05 2014, erschienen.

Mehr Texte, Bilder und Töne von Florian Wörgötter finden Sie hier: http://phonographix.wordpress.com/

Dienstag, 25. März 2014

„Flugzeuge aus der Kiste“ oder „Wenn Männer selbst ans Werk gehen“

Schnellbaukit_Z-602-Blog
Der Traum vom Fliegen ist manchen Piloten zu wenig, sie wollen ihn Eigenbau-Flugzeug erleben. Und so legen immer mehr Piloten selbst Hand an: Egal ob langsamer Doppeldecker, elegantes Reiseflugzeug oder pfeilschneller Zweisitzer - die Bandbreite an Flugzeugmodellen, die man als Kit bestellen und selbst zusammenbauen kann, ist enorm. Das berichtet die SKY Revue, Österreichs einziges Luftsportmagazin, das Gassner & Hluma Communications produziert, in der jüngst erschienenen Ausgabe.

Eine gewisse handwerkliche Begabung ist schon von Vorteil, wenn man sich ein Flugzeug bauen will, dann braucht man noch Geduld – und auch das nötige Kleingeld. Denn billig ist das Selberbauen nicht.

Die Mehrheit der selbstgebauten Flugzeuge in Österreich entsteht aus Bausätzen, nur wenige Flugzeugbastler zimmern eine Maschine von Grund auf. Um als selbst gebautes Flugzeug bei der Behörde zu gelten, müssen 51 Prozent der gesamten Arbeit Eigenleistung sein. Bei den Bausätzen ist das vorgegeben. Kritische Teile sind vorgefertigt, alles andere muss vom Besitzer gebaut werden.

Angetrieben werden die meist zweisitzigen Maschinen (es gibt auch ein- und viersitzige Modelle) von Treibstoff-Motoren mit 30 bis 110 PS. Elektromotore sind praktisch noch kein Thema.

Carbon-Cup-Blog

Die Kosten für Eigenbau-Flugzeuge sind weit gespannt: Die Bausatzpreise beginnen ab 20.000 € für das komplette Gehäuse bei kleinen Maschinen, allerdings ohne Motor und Avionik. Bei größeren Modellen liegen die Preise auch gut doppelt so hoch.

Unterschiedlich sind auch die Bauzeiten: manche Hersteller werben damit, dass man als geschickter Handwerker in 300 bis 500 Arbeitsstunden fertig sein kann, andere geben 800 und auch 1.000 Stunden und mehr an.
Rund 100 selbstgebaute Flugzeuge sind in Österreich bereits in der Luft, ein gutes Dutzend gerade in Bau. Durchschnittlich fünf pro Jahr werden letztlich fertig und dann von der Behörde zugelassen.
www.skyrevue.at

Montag, 8. April 2013

„Vom QR-Marketing“ oder „Der Käse mit dem Kuh-R-Code“

Wer kennt sie nicht? QR-Codes sind in aller Munde, manchmal sogar im wahrsten Sinn des Wortes, wenn sie nämlich auf Keks aufgebrannt sind. Mit ein wenig Phantasie lassen sich die schwarzweißen Quadrate im Marketing effizient einsetzen.

Sie sind inzwischen allgegenwärtig, ob auf Visitkarten, Anzeigen, Riesenplakaten, Produktetiketten oder Verpackungen. Und wer glaubt, dass geht auf keine Kuhhaut mehr, der irrt sich.
Letzteres war die Idee eines findigen Bauern in Frankreich. Er nutzte QR-Codes um eine bessere Aufmerksamkeit für seine Arbeit zu erhalten. Um mehr Leute auf seine landwirtschaftlichen Produkte aufmerksam zu machen, gestaltete er ein Spiel, bei dem QR-Codes auf seine Kühe aufgemalt wurden. Wenn man den QR-Code scannte, wurde man direkt zu einem Spiel weitergeleitet. Man konnte dort T-Shirts oder selbsterzeugte Produkte des Bauern gewinnen. Mit dieser Aktion erreichte er in kürzester Zeit eine Vielzahl an Interessenten und erhielt großes Medienecho, das die Bekanntheit seines Betriebes ebenfalls steigerte. Es ging sogar so weit, dass manche Menschen direkt über den Zaun stiegen, um zu den Kühen bzw. „Kuh-R“-Codes zu gelangen.
KUH-QR

Der QR-Code (steht für Quick Response) wurde ursprünglich für den japanischen Automobilhersteller Toyota entwickelt, um Komponenten und Bauteile eindeutig zu kennzeichnen und für die Logistik automatisiert erfassbar zu machen. Die zweidimensionale Matrix aus weißen und schwarzen Quadraten basiert auf einem Binär-Code und ist sehr fehlertolerant. Selbst bei einem Verlust von bis 30 Prozent etwa durch Verschmutzung kann ein QR-Code noch gelesen und erkannt werden. Das macht ihn auch für das Mobile Tagging interessant, da den Konsumenten durch das Einscannen beispielsweise das Eintippen einer URL erspart bleibt. Die Fehlertoleranz kann man sich aber auch zu Nutze machen, indem man in den QR-Code optisch wirksam einfach sein Logo einbaut (das halt nicht mehr als 30 Prozent der Fläche einnehmen darf, aber das reicht meistens).
Für das Lesen der Codes muss man sich einen entsprechenden QR- oder Barcode-Leser auf das mobile Gerät, Handy oder Tablet, laden.

Die Einsatzmöglichkeiten der Quick Response-Codes sind vielfältigst. Man kann einen QR-Code auch als elektronische Anschlagtafel nutzen. Beim Meetingpoint vor der Millenium-Bahn aufs Kärntner Nassfeld erfahren die Besucher durchs Einscannen des Codes das gültige Veranstaltungsprogramm und tagesaktuelle Hinweise. Qucike Restaurantbetreiber nutzen die Codes auch bei der Speisekarte vor dem Eingang.
QRMillenium

Ein wichtiges Thema beim Einsatz von QR-Codes ist es generell, den potentiellen Betrachter durch die Benutzung auf die eigenen Homepage zu leiten. Im Rahmen des Social Media Marketings ist der eigenen Webauftritt gleichsam das Basislager für alle weiteren Aktivitäten im Netz, der Ausgangspunkt, zu dem man immer wieder hinführen will.
Und der Besucherstrom will gepflegt sein. Wie aber lockt man noch weitere Kunden auf die eigene Seite? Eine Möglichkeit ist es eben, die eigenen Produkte mit QR-Codes zu versehen.
ScanLife hat eine Reihe guter QR-Code-Kampagnen aus dem Marketingbereich namhafter Firmen zusammengestellt, die zeigen, dass es sehr unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten und Ziele geben kann. http://www.scanlife.com/blog/2012/02/our-top-mobile-barcode-campaigns-of-2011/
So zeigt ein Beispiel von Mercedes in Singapur, wie man das eigene Produkt aufwertet. Fünf Mercedes mit QR-Codes fuhren durch Singapur und sollten abfotografiert werden. Dem Sieger winkt ein attraktiver Preis. Derartige Kampagnen lohnen sich für lokales Marketing.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wie Kunden auf die eigene Seite und die eigenen Produkte geführt werden sollen. Auch jeder Krimi, der stark mit einem Ort verknüpft ist, ließe sich interessant vermarkten. Hier und dort ein QR-Code platziert und mit einem Rätsel vor Ort verknüpft, und schon werden Besucher zu Detektiven. Wichtig ist dabei wie immer: Der Kunde soll Freude an der Suche haben. Er muss etwas erhalten, das ihm einen Wert beschert. Und es soll zur eigenen Marke passen.
Das Cleveland Art Museum etwa nutzte QR-Codes für eine Plakatkampagne, um auf Skulpturen einer laufenden Ausstellung aufmerksam zu machen. Interessante Mehrwert-Informationen lassen sich per QR-Code auf Flyern, im Museum, im Netz oder auf Plakaten für Museumsinteressierte mit einem Smartphone und einem entsprechenden QR-Code-Reader hinterlegen.
Auch in der kleinen österreichischen Gemeinde Maria Saal hat sich das Freilichtmuseum gemeinsam mit Schülern der HTL via QR-Code daran gemacht, die Inhalte des Museums mithilfe neuer Technologien darzustellen. Neben einer QR-Code Schnitzeljagd wurde ein QR-Code-Wissensglossar erstellt, das Museumsbeschreibungen in verschiedenen Sprachen bietet. QR-Codes wurden beispielsweise an Schildern im Eingangsbereich angebracht. Diese beinhalten einen Link auf eine entsprechende Website, wo man sich je nach Einstellung Videos und MP3s anhören bzw. zusätzliche Infos vom aktuellen Exponat downloaden kann.
Die Anwendungsfelder von QR-Codes im Kunstbereich sind sehr vielfältig: Bewerbung von Ausstellungen oder Veranstaltungen, Hinterlegung von Zusatzinformationen zu Objekten oder Geocaching und Wissensakkumulation. In Derby, England, hat man QR-Codes für ein Museum erzeugt, über den die Nutzer Wikipedia-Artikel in ihrer jeweiligen Sprache aufrufen können.
Modern und gut gemeint sind die QR-Codes in der aktuellen Sonderausstellung in der Münzkammer des Wiener Kunsthistorischem Museums, leider aber nicht praktisch: sie sind so schlecht platziert, dass man sie mit dem Handy kaum erfassen kann.
Es wäre übrigens nicht Wien, wenn noch niemand auf die Idee gekommen wäre, auch den Tod mit QR zu kombinieren. QR-Codes auf Grabsteinen sollen es Interessierten ermöglichen, mehr über den Verstorbenen zu erfahren. So könnte man dann beispielsweise am Grab von Falco das Handy auf den Code halten und danach seinen größten Hit hören …

Wie kommt man an seinen gewünschten eigenen Code? Im Netz finden sich unzählige Anbieter. Wer ohne den Einbau seines Logos das Auslangen findet, ist etwa bei www.qr-code-generator.de gut bedient. Die dort erzeugten kostenlosen Codes darf man auch kommerziell verwenden.
Wer einen Code mit eingebautem Logo und in beliebig skalierbarer Größe – etwa für Plakatwände – benötigt, muss ihn generell kaufen. Die Preise dafür beginnen bei etwa 70 €.
Die entsprechende Größe eines QR-Codes richtet sich nach seiner Umgebung. Die fertig gedruckte Größe der QR-Code ist abhängig:
• vom Abstand zwischen dem QR-Code und der Scan-Vorrichtung – also der Größe des QR-Codes im Ansichtsfenster der Handy-Kamera.
• von der Größe der Punkte im QR-Code – je mehr Daten man in den Code eingefügt, desto kleiner werden die Punkte.
Als Faustregel gilt 10:1, die Minimumgröße des Code soll rund ein Zehntel des Scan-Abstands sein sollte: beispielsweise 20 mm Kantenlänge für einen Abstand von 20 cm bei guter Beleuchtung.
Kleiner Tipp:
Lassen Sie sich Ihre Kontaktdaten als fertige v-card auf einem QR-Code erstellen. Wem es auf der Visitkarte zu hässlich erscheint, der klebt den Code auf die Handyrückseite und hält sie dann einer neuen Kontaktperson einfach hin.

Dienstag, 26. März 2013

„Clevere Touristen, arme Hotelbetreiber?“ oder „Preisbazar am Handy“

Dass Hotels über elektronische Buchungsplattformen - HRS, Hotel.com, Trivago, Expedia, etc. - bestellt werden, ist längst geübte Praxis. Man gibt meist im voraus Ort, Datum und Zimmerwunsch ein und erhält eine Liste mit den aktuellen Preisen.

Die Buchungsplattform checkfelix.com hat kürzlich eine neue praktische iPhone-App veröffentlicht, mit der die Preise für Hotels noch effizienter verglichen werden können - www.checkfelix.com/iphone.

Die smarte App zeigt nämlich direkt die freien Zimmer in der nahen – auf Wunsch auch weiteren – Umgebung an. Wer in einem Ort aus dem Zug steigt oder sein Auto einparkt, bekommt sofort die entsprechenden tagesaktuellen Angebote geliefert.

Ein Test in der Praxis kürzlich in Dresden zeigte die Pluspunkte für den Gast und was es seitens der Hotellerie noch zu lernen gibt. Nach der Anreise und beim erholsamen Snack am frühen Abend checken wir das Angebot. Für preiswerte 67 Euro ist ein Zimmer in einem 4-Sterne-Haus im Herzen der Altstadt zu haben. Der Preis erscheint wohlfeil. Aufgrund der Nähe buchen wir nicht am Handy, sondern gehen die paar Schritte zum Hotel.
Auf die Frage nach einem Zimmer bietet uns die Rezeptionistin eines um 117 € an. Die „Drohung“, es jetzt via Handy um 67 € via HRS zu buchen (wovon das Hotel noch Provision zahlen muss), lässt nach einem kurzen Anruf an intern höherer Stelle den Preis sofort sinken. Zwar „nur“ auf 87 €, aber wir wollen nicht weiter diskutieren. Das sei, so die Auskunft, der Preis, mit der das Haus an diesem Tag bei HRS gelistet sei. Später am Abend testen wir die Buchung bis vor den finalen Knopfdruck, es wäre bei den 67 € geblieben …

Was bleibt ist die Erfahrung, dass manche Hotels die Spielregeln des elektronischen Buchungsmarktes offenbar noch nicht intus haben. Und sie werden dazulernen müssen, denn immer mehr Kunden haben unterwegs smarte Endgeräte bei der Hand, mit deren Hilfe sie die Preise sofort vergleichen können. Da wird wenig Spielraum für jene Anbieter bleiben, die glauben, sich bei den direkt an der Rezeption fragenden Spontangästen eine goldene Nase verdienen zu können.

Sonntag, 17. März 2013

Social Media im Tourismus: Facebook ist ok, Foren wären besser

Social Media im Tourismus – in fast keiner anderen Branche hat das Thema mehr Relevanz. Laut einer brandaktuellen Studie sind fast alle deutschen Touristiker – wie die österreichischen auch – auf Facebook unterwegs, um ihre Fans zu mehren und den Kontakt zu ihnen zu pflegen. Aber dort, wo sich potenzielle Gäste wirklich informieren und austauschen, sind die Touristiker noch nicht zu Hause, nämlich auf den Bewertungsportalen und in diversen Foren. Vielleicht weil’s auf Facebook easy ist – und in Foren und Bewertungsportalen mehr Mühe macht, mit potenziellen Kunden umzugehen?

Mit Gästen auf Augenhöhe kommunizieren, den Dialog mit ihnen zu pflegen, das hat ja was. Wie gehen die Touristiker damit im Detail um und sind sie in den richtigen Kanälen unterwegs? Einige Antworten darauf finden sich in einer brandaktuellen Studie, die auf dem Kongress der Internationalen Tourismusbörse (ITB) präsentiert wurde. Danach hat Social-Media-Kommunikation im Tourismus sozusagen den Mainstream erreicht: 94 Prozent der deutschen Tourismusunternehmen nutzen Social-Media-Kanäle zur Unternehmenskommunikation. Das mit einigem Abstand beliebteste Netzwerk ist Facebook: 98 Prozent der deutschen Touristiker bedienen sich dieses Angebots. Danach folgen Youtube (72%) und Twitter (68%). Google+ und Bewertungsportale liegen mit je 48 Prozent so mitten drinnen. Am unteren Ende dieser Liste finden sich Pinterest (22%), LinkedIn (17 %) und Foren (15%).

Bei der Nutzung der Social Media hat der überwiegende Teil (82%) der Touristiker die Steigerung des Bekanntheitsgrad im Sinn, versteht diese Medien als Dialogplattform (75%) oder bedient sich ihrer für Promotion Aktionen. Fast nicht zum Einsatz kommen die sozialen Medien als Buchungsservice, zur Produktoptimierung oder zur Absatzsteigerung – was eigentlich schade ist, denn gerade zur Produktoptimierung, aber auch zur Absatzausweitung könnten sie gut herangezogen werden.

Ihr Engagement auf sozialen Kanälen nehmen die Deutschen durchaus ernst: 47 Prozent der Befragten haben konkrete Vorstellungen davon, wie sie ihr Netzwerk bedienen, 42 Prozent haben eine vage Idee, wie sie vorgehen und elf Prozent agieren nur aus der Situation heraus. 78 Prozent der Befragten haben sich, was ja auch sinnvoll ist, einen festen Ordnungsrahmen für die Bewegung in den sozialen Netzen gegeben – meist mit einem eigenen Social-Media-Verantwortlichen, Guidelines und definierten Fristen zur Reaktion auf Posts.

Dem Monitoring schenken die deutschen Tourismusunternehmen allerdings nur geteilte Aufmerksamkeit: 60 Prozent beobachten, was über sie in den sozialen Netzwerken gesprochen wird, die übrigen 40 Prozent verzichten darauf. Und wenn sie’s tun, dann bemühen 56 Prozent dafür auch professionelle Services – eine Notwendigkeit, wenn es um Fragen der Reputation geht, aber auch wichtig, um überhaupt reagieren zu können – proaktiv, bevor ein Shitstorm am Horizont aufzieht. Sie haben’s begriffen, könnte man sagen: 100 Prozent und somit alle im Social-Media-Business tätigen deutschen Touristiker reagieren auf kritische Posts.

Und in Zukunft? 92 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Relevanz der sozialen Netzwerke in den nächsten fünf Jahren zunehmen wird.

Und ganz spannend wird’s zum Schluss: Die Konsumenten suchen im Internet am ehesten Rat und Infos, so glauben die befragten Touristiker – auf Bewertungsportalen wie holidaycheck, tripwolf, tripadvisor und anderen, und nicht auf Facebook, dem Liebkind der touristischen Social-Media-Strategen.

Donnerstag, 5. Juli 2012

„Netug Gat eniem Nemad dnu Nerreh!“ oder „Schalten Sie den Autopiloten aus“

„Netug Gat eniem Nemad dnu Nerreh!“ oder andersrum: „Guten Tag meine Damen und Herren!“,hieß Bernhard Wolff, kreativer Entertainer und fließend Rückwärtssprecher seine neugierigen Gäste beim vergangenen Marketing Clubabend im Juni 2012 willkommen. „Think innovative“ lautete sein Aufruf zu mehr Kreativität in Job und Alltag.

Mit überraschenden Aktionen, viel Witz und Charme schaffte es der deutsche Firmenberater und Ideengeber Wolff im Apothekertrakt des Schloss Schönbrunn, die Lust auf neue Ideen zu wecken. Laut Wolff gibt es im Grunde zwei Typen von Menschen: die Bewahrer und die Veränderer. So widme sich die Mehrheit der Menschen lieber ihren derzeitigen Problemen, statt zukünftige Chancen zu erkennen.

Doch wie kann nun jeder von uns zu einem kreativen Köpfchen werden?
Wolff zeigt hierzu sieben Punkte auf, die es zu befolgen gilt:

• Versuchen Sie immer wieder Ihren Autopiloten zu deaktivieren, also alte Gewohnheiten zu durchbrechen.

Vermeiden Sie ein vorschnelles und unnötiges Bewerten von Vorschlägen.

• Versuchen Sie immer, eine möglichst große Menge an Ideen zu produzieren.

• Haben Sie keine Scheu davor, Annahmen zu hinterfragen.

• Nutzen Sie die Gelegenheit von Zeit zu Zeit die Perspektive zu wechseln.

• Versuchen Sie verschiedene Ideen und Ansätze zu kombinieren.

• Visualisieren Sie Ihre Wünsche und lassen Sie Bilder im Kopf entstehen, so lassen sie sich besser umsetzen!

Weitere Erkenntnisse und Ansätze Wolffs: Gute Ideen entstehende fast nie im Büro, sondern an anderen Plätzen – der Nassbereich (WC/Dusche/Bad) oder auch die Natur kommen in Befragungen besonders oft vor. Oft führt auch erst die Kombination von zwei oder drei Gedanken zu einer durchschlagenden neuen Idee. Wolff rät auch dazu, Ideenmanagement zu betreiben.

Seine langjährige Erfahrung als Kreativer, Berater und Ideengeber lässt Bernhard Wolff seit 2007 in seinen Keynote-Vortrag „Think innovative! Lust auf Ideen“ einfließen.

Dienstag, 28. Februar 2012

„Erweiterte Realität als Onkel Doktor“ oder „Telemedizin für Astronauten“

Es klingt wie eine Szenenbeschreibung aus einem Science-Fiction-Film: der
helfende Laie aktiviert in medizinischen Notfällen einen elektronischen Helfer und stellt damit die richtigen Diagnosen und rettet den Kranken oder Verletzten.

Doch die Realität beginnt die Utopie einzuholen. Ein neues, von der europäischen Raumfahrtorganisation ESA entwickeltes Augmented-Reality-System stellt Astronauten medizinisches Sofortwissen bereit. Sie brauchen lediglich einen Datenhelm aufzusetzen und erhalten bei medizinischen Diagnosen oder sogar bei Operationen 3D-Unterstützung, berichtet die ESA.
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Das “Computer Assisted Medical Diagnosis and Surgery System” (CAMDASS) ist ein tragbarer Augmented-Reality-Prototyp. Bei der Augmented Reality (AR) – zu deutsch „Erweiterte Realität“ - wird die reale mit der virtuellen Welt kombiniert, indem das tatsächliche Blickfeld des Trägers präzise um Ebenen computergenerierter Darstellungen ergänzt wird.
Noch kommt CAMDASS derzeit einzig bei Ultraschall-Untersuchungen zum Einsatz, es lässt sich im Prinzip aber auch mit anderen Diagnose- und Behandlungsverfahren kombinieren. Die Wahl fiel auf Ultraschall, da es sich hierbei um eine vielseitige, effiziente Diagnosetechnik handelt, die auf der internationalen Raumstation ISS auch bereits Anwendung findet.
Zukünftige Astronauten, die sich weiter in den Weltraum hinaus wagen, müssen in der Lage sein, sich gegenseitig zu behandeln. Je nach Entfernung von unserem Heimatplaneten ist der Funkverkehr mit Experten auf der Erde entweder völlig unmöglich oder aber mit langen Signallaufzeiten verbunden.
„Die Crew verfügt zwar über einen gewissen Grad an medizinischem Fachwissen, dennoch können Astronauten nicht sämtliche potentiell notwendigen medizinischen Verfahren im Vorfeld erlernen und trainieren“, so der Biomedizin-Ingenieur Arnaud Runge, der das Projekt bei der ESA betreut. CAMDASS verwendet einen Stereo-Datenhelm und ein Ultraschallgerät, das über eine Infrarot-Kamera verfolgt wird. Der Patient wird mittels Markern überwacht, die an der zu untersuchenden Körperstelle angebracht sind.
Ein Ultraschallgerät ist mit CAMDASS verbunden, und über dieses System kann der Körper des Patienten von der Kamera „registriert“ und das Blickfeld dem jeweiligen Nutzer angepasst werden. Im Datenhelm werden 3D-Hinweise eingeblendet, die den Anwender anleiten. Diese werden durch den Abgleich der entsprechenden Körperstellen eines „virtuellen Menschen“ und des registrierten Patienten generiert.

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So weiß der Nutzer, wo er den Ultraschallkopf ansetzen und wohin er ihn führen muss. Ultraschall-Referenzbilder geben dem Anwender Hinweise darauf, was er im Ultraschall sehen sollte, und die Spracherkennung sorgt dafür, dass er bei der Untersuchung beide Hände frei hat.
Medizinstudenten und Krankenpflegeschüler, das belgische Rote Kreuz und Pflegepersonal an der Brüsseler Universitätsklinik Saint-Pierre haben den Prototypen auf seine Anwendbarkeit hin getestet.


Auch ungeübten Anwendern gelang auf diese Weise die Durchführung relativ schwieriger Behandlungen ohne weitere Hilfe sowie die richtige Positionierung der Ultraschallsonde.
„Anhand dieser Erfahrungen wollen wir das System weiter verbessern - dazu gehört beispielsweise ein leichterer Datenhelm und die weitere Miniaturisierung des Prototyps“, so Arnaud. „Sobald die Einsatzreife des Systems gegeben ist, kann es auch als satellitengestütztes Telemedizin-System verwendet werden. Zudem könnte es beispielsweise als autarkes Tool bei Notfalleinsätzen gute Dienste leisten.“
Arnaud weiter: „Es wäre interessant, das System in abgelegenen Regionen, in Entwicklungsländern oder vielleicht in der Concordia-Antarktisstation weiter testen zu können. Irgendwann könnte es dann auch im Weltraum eingesetzt werden.“
Die vom ESA-Grundlagenforschungsprogramm finanzierte Entwicklung des Prototyps erfolgte durch ein Konsortium unter Führung der belgischen Space Applications Services NV mit Unterstützung der TU München und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

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