Ojektiv betrachet - Das perfekte Pressefoto (2)
Gestern ging's um die formalen Kriterien, die ein Pressefoto auf seinem Weg zum Abdruck erfüllen muss ... heute beschäftigen wir uns mit dem Inhalt und den Trends bei der Gestaltung:
Der kreativen Gestaltung bzw. der Auswahl des Fotomotivs sind zwar keine Grenzen gesetzt, dennoch gilt es, einige Empfehlungen zu beachten: Etwa, dass ein Pressefoto sich grundsätzlich von Werbe- und Imageaufnahmen unterscheiden sollte. D. h. dem Betrachter werden weder vordergründige Logos oder Schriftzüge „auf’s Aug’ gedrückt“, noch allzu gestellte Szenerie. „Wo schlürft denn schon ein leuchtend geschminktes, frisch frisiertes Model einen Cocktail in der Sauna?“, visualisiert Jeller das Thema „gekünstelter Foto-Auftritt“.
Geschichten erzählen
Was Motivauswahl, Perspektiven und Bildschnitte betrifft, liegt das „andere“ Pressebild klar im Trend. Das weiß Michael Lang, Chefredakteur der APA (Austria Presse Agentur) und Jurymitglied beim Objektiv 2008, dem diesjährigen Pressefoto-Award der APA. Im Vordergrund des Kriterienkatalogs zur Bewertung der eingereichten Fotos stand die Geschichte, die ein Foto erzählt. Daneben richtete sich der Adlerblick der Juroren auf technische Kriterien wie Lichteinfall ebenso wie auf den künstlerischen Moment und nicht zuletzt auf die Originalität der Fotos. Oft aufgenommene Standardsituationen wie aalglatte Postkarten-Bergpanoramen, die austauschbare Blondine, die uns von der Sonnenliege aus entgegenlächelt, oder langweilige Frontalaufnahmen von Menschengruppen, Gebäuden & Co ziehen kaum mehr Blicke auf sich. Hauptsache, ein Foto kann sich von der Masse abheben, ob nun ein bestimmtes Thema mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern in Bild umgesetzt wird, das Foto durch einen ungewöhnlichen Bildausschnitt aus der Reihe fällt oder dem Betrachter einen neuen Blickwinkel auf vielleicht alt Bekanntes bietet.
„Das Pressefoto muss Informationen transportieren“, erklärt Lang. Statt der zwar idyllischen, jedoch menschenleeren Bergwiese würde er zum Beispiel einen barfüßigen Manager im Anzug über eben diese Wiese springen lassen und das Ganze auf Speicherkarte bannen. „Hier können sich auch gestresste Stadtmenschen entspannen.“ – Solch ein Bild braucht keine Erklärung, es drückt ein Lebensgefühl aus und spricht somit eine klare Botschaft.
„Bloßes Abfotografieren der Infrastruktur war gestern. Heute muss ein Foto Unterhaltungswert bieten“, meint Gernot Langs, Werbe- und Pressefotograf, der unter anderem für Steiermark Tourismus oder die Tourismusregion Hauser-Kaibling Fotoregie führt. Der Fotograf muss die zu kommunizierenden Botschaften unbedingt kennen, um sich zunächst damit zu beschäftigen und sie in Folge visuell umsetzen zu können. „Ein professionelles Bild braucht ein Konzept“, erklärt er. Bei seinen Shootings überlässt er nichts dem Zufall: Vom Licht und der Farbgebung über die Kleidung und die Accessoires bis zum Hintergrund und Dynamik muss alles perfekt ins Bild passen. …
Text: Alexandra Gruber
Der kreativen Gestaltung bzw. der Auswahl des Fotomotivs sind zwar keine Grenzen gesetzt, dennoch gilt es, einige Empfehlungen zu beachten: Etwa, dass ein Pressefoto sich grundsätzlich von Werbe- und Imageaufnahmen unterscheiden sollte. D. h. dem Betrachter werden weder vordergründige Logos oder Schriftzüge „auf’s Aug’ gedrückt“, noch allzu gestellte Szenerie. „Wo schlürft denn schon ein leuchtend geschminktes, frisch frisiertes Model einen Cocktail in der Sauna?“, visualisiert Jeller das Thema „gekünstelter Foto-Auftritt“.
Geschichten erzählen
Was Motivauswahl, Perspektiven und Bildschnitte betrifft, liegt das „andere“ Pressebild klar im Trend. Das weiß Michael Lang, Chefredakteur der APA (Austria Presse Agentur) und Jurymitglied beim Objektiv 2008, dem diesjährigen Pressefoto-Award der APA. Im Vordergrund des Kriterienkatalogs zur Bewertung der eingereichten Fotos stand die Geschichte, die ein Foto erzählt. Daneben richtete sich der Adlerblick der Juroren auf technische Kriterien wie Lichteinfall ebenso wie auf den künstlerischen Moment und nicht zuletzt auf die Originalität der Fotos. Oft aufgenommene Standardsituationen wie aalglatte Postkarten-Bergpanoramen, die austauschbare Blondine, die uns von der Sonnenliege aus entgegenlächelt, oder langweilige Frontalaufnahmen von Menschengruppen, Gebäuden & Co ziehen kaum mehr Blicke auf sich. Hauptsache, ein Foto kann sich von der Masse abheben, ob nun ein bestimmtes Thema mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern in Bild umgesetzt wird, das Foto durch einen ungewöhnlichen Bildausschnitt aus der Reihe fällt oder dem Betrachter einen neuen Blickwinkel auf vielleicht alt Bekanntes bietet.
„Das Pressefoto muss Informationen transportieren“, erklärt Lang. Statt der zwar idyllischen, jedoch menschenleeren Bergwiese würde er zum Beispiel einen barfüßigen Manager im Anzug über eben diese Wiese springen lassen und das Ganze auf Speicherkarte bannen. „Hier können sich auch gestresste Stadtmenschen entspannen.“ – Solch ein Bild braucht keine Erklärung, es drückt ein Lebensgefühl aus und spricht somit eine klare Botschaft.
„Bloßes Abfotografieren der Infrastruktur war gestern. Heute muss ein Foto Unterhaltungswert bieten“, meint Gernot Langs, Werbe- und Pressefotograf, der unter anderem für Steiermark Tourismus oder die Tourismusregion Hauser-Kaibling Fotoregie führt. Der Fotograf muss die zu kommunizierenden Botschaften unbedingt kennen, um sich zunächst damit zu beschäftigen und sie in Folge visuell umsetzen zu können. „Ein professionelles Bild braucht ein Konzept“, erklärt er. Bei seinen Shootings überlässt er nichts dem Zufall: Vom Licht und der Farbgebung über die Kleidung und die Accessoires bis zum Hintergrund und Dynamik muss alles perfekt ins Bild passen. …
Text: Alexandra Gruber
hlumamanfred - 5. Jun, 16:40