Freitag, 12. Oktober 2007

Von bedrohten Wörtern (3): Marantana oder „Sedlaczek, der Ober-Pate“

Nicht nur in der deutschen Sprache insgesamt sind Wörter vom Aussterben bedroht, auch im österreichischen Deutsch gibt es zu viele Ausdrücke, die zu verschwinden drohen. „Gugerschecken“ für Sommersprossen, „Trutscherl“ für „Zicke“, „Hendlhaxl“ statt Hühnerkeule oder „Eierspeis“ statt Rührei sind nur einige Beispiele dafür.

Initiativen dagegen gab es immer wieder. Eine aktuelle stammt von Robert Sedlaczek , der dazu aufruft, Patenschaften für bedrohte rotweißrote Wörter und Ausdrücke zu übernehmen. Sedlacek ist nicht nur Co-Autor des einschlägigen Standardwerkes „Das große Tarockbuch“ - und abgesehen davon ein in Spielerkreisen geschätzter sowie ob seines hohen Spielniveaus gefürchteter Tarockierer -, sondern auch Verfasser des „Kleinen Handbuchs der bedrohten Wörter Österreichs“.

Gemeinsam mit der Volkshochschule Wien-Hietzing lädt Sedlaczek jetzt dazu ein, kostenlos Patin oder Pate für eines oder mehrere bedrohte Wörter zu werden (www.unsere-sprache.at): „Es ist eine kulturelle Verarmung, wenn man Kartoffel statt Erdapfel sagt, das hat einfach ein anderes Flair“. Und der Andrang ist so groß, dass Sedlacek mit dem Sortieren und Bewerten kaum nachkommt.

Patenschaften für bedrohte Wörter gibt es bei verschiedenen Stellen, beispielsweise bei http://www.wortpatenschaft.de/. Für zehn Euro wird man dort Pate eines Wortes, das man dann entsprechend pflegen – sprich und schreibe verwenden - soll. Jedes Wort wird übrigens nur einmal vergeben.

Der Berliner Autor Bodo Mrozek hat sich ebenfalls dem sprachlichen Artenschutz verschrieben (http://www.bedrohte-woerter.de/) und auch einen gut besuchten Wettbewerb dazu initiiert.

Der Deutsche Kay-Uwe Rohn wiederum hatte die Idee, Wörter, die aus unserem aktiven Wortschatz herausgefallen sind, zu sammeln, im Internet auszustellen und zu erklären (www.wortmuseum.com). Auch Rohn hat schon viele Sprachbegeisterten zum Mitmachen und Sammeln animiert.

Und weil ich jetzt nicht nur animiert sondern auch motiviert bin, entscheide ich mich für die Patenschaft des Wortes „marantana“, dass kaum noch zu hören ist, mir jedoch von meinen Wiener Tanten noch im Ohr klingt: „„Ja marantana, wie is denn des passiert?“ . Obwohl es in seiner Ableitung aus den drei aramäischen Worten „Mar“ (,„Herr“), „ana“ („uns“) und „tha“ („kommen“) eigentlich „unser ‘Herr’, komm!“ oder „unser Herr ist gekommen“ bedeutet, stand es immer für einen Ausruf des Erschreckens und des Überraschtseins.

Wenn auch Ihnen bedrohte und ins Vergessen geratende oder schon geratene Ausdrücke am Herzen liegen, helfen Sie ihnen zu überleben. Das Beste dazu ist, sie aktiv zu verwenden und darüber hinaus dem Ober-Paten Sedlaczek zu schicken.

Manfred Hluma

PS: Hier noch einige Fakten zur deutschen Sprache allgemein:
• Deutsch gehört zu den drei meistgelernten Sprachen weltweit.
• Fast ein Fünftel aller Bücher, die jährlich weltweit herausgegeben werden, erscheinen auf Deutsch. Das sind 60.000 Neuerscheinungen.
• Deutsch ist weltweit die zweithäufigst benutzte Sprache im Internet.
• Deutsch gehört zu den zehn meistgesprochenen Sprachen weltweit.
• Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU.
• Deutsch ist Amtssprache in Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und Italien, genießt offiziellen Status in Frankreich und wird in etlichen Sprachinseln Mittel- und Osteuropas gesprochen.
• Außerhalb des deutschen Sprachraums werden über 3.000 deutschsprachige Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogramme produziert. Mehr als 100 Millionen Menschen außerhalb des deutschen Sprachraums sprechen die deutsche Sprache.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Pseudo-Transparenz oder „Der Irrsinn der Quartalsberichte“

Wenn man die Börsenkurse mancher Unternehmen verfolgt, die oft an die EKG-Linien von Herzkranken erinnern, kommt man mit Logik nicht mehr weiter. „Börsenkurse und damit der Unternehmenswert sind bis zur Willkür des Roulettes entkoppelt“, meint Leopold Springinsfeld, Marketingspezialist und langjähriger WU-Lektor, kürzlich bei einem Vortrag vor dem Marketingclub Österreich: „Und für die oft nicht nachvollziehbaren Kurssprünge hat man einen schwer aussprechbaren Begriff namens Volatilität der Kurse erfunden“. „Das Paradigma des Shareholder Value macht mehrfach krank“, kritisiert er.

Als besonders „problematisch“ bezeichnete Springinsfeld dabei die Quartalsberichterstattung, an der sich die Börsenkurse dann orientieren. Damit steht er nicht alleine, in vielen Aktiengesellschaften zweifelt man zunehmend am Sinn dieser Momentaufnahmen. Zwar liefern die Unternehmen alle drei Monate brav ihre Zahlen ab, aber nicht nur im Hintergrund nimmt das Murren zu.
Während in Österreich darüber noch kaum geredet wird, greift eine Diskussion darüber von den USA ausgehend nach Europa und speziell Deutschland über. Weil die Regeln des Kapitalmarktes in den USA gemacht werden, und dort immer mehr Manager von großen Konzernen wenig Sinn in der Quartalberichterstattung sehen, könnte es zu Änderungen kommen. Die Begründung: Es sei schwer geworden, in US-Unternehmen langfristige Ziele durchzusetzen.
Offenbar nicht nur dort. Der deutsche Mietwagen-Unternehmer Erich Sixt sprach in jüngster Zeit einmal vom „Irrsinn der Quartalsberichte“ und von „Pseudo-Transparenz“ .

Man darf über die Wirksamkeit von Quartalsberichten kritisch nachdenken, meinen Experten: Langfristige Investoren würden wegen der Quartalszahlen nicht sofort in Panik oder Kaufrausch verfallen und das Kleinaktionäre adäquat reagieren, wird ebenfalls bezweifelt.

Diese und andere Überlegungen haben beispielsweise den renommierten Automobilhersteller Porsche veranlasst, prinzipiell keine Quartalszahlen zu veröffentlichen (weshalb die Firma auch nicht im deutschen Dax gelistet ist). Bei Porsche hält man Quartalsberichte für den Ausdruck verfehlten Shareholder-Value-Denkens.

In den meisten Unternehmen wird langfristig geplant und Quartalsberichte sind dabei eigentlich störend. Was soll sich denn im Regelfall so Besonders ändern? Großabschlüsse oder deren Verlust an die Konkurrenz bleiben sowieso nicht geheim, sondern stehen in der Wirtschaftspresse.

In der Praxis geben die Analysten geben Erwartungen vor und die Manager bemühen sich diese zu erfüllen, um möglichst keinen Kursverluste zu erleiden. Prinzipiell neigen Manager dazu, Quartalsberichte zu schönen, um quasi bei den Analysten gute Noten zu erhalten beziehungsweise deren Erwartungen zu befriedigen. „Quartalsberichte gibt es allein deshalb, weil sich der Kapitalmarkt an ihnen orientiert und das beißt sich die Katze in den Schwanz“, urteilt ein Insider.

Wobei allerdings dazu kommt, dass bei manchen Managerbezügen Aktien des Unternehmens ein Bestandteil sind, was das Schielen auf die Kursentwicklung logischerweise fördert. Springinsfeld meint jedenfalls, das dies nicht unbedingt förderlich für das Unternehmen sein muss: „Ich würde Stockholder-Optionen für Manager streichen“.

Manfred Hluma

Freitag, 5. Oktober 2007

Von Ferngläsern im Hirn oder „Auch Roboter machen sich Illusionen“

Ist das nicht tröstlich? Modernste High Tech-Roboter lassen sich von optischen Täuschungen ebenso in die Irre führen wie die Menschen. Zeigt man ihnen trickreich gestaltete Vorlagen, fallen sie auf diese Illusionen ebenso rein wie die menschliche Wahrnehmung.

Jeder kennt die kunstvollen Zeichungen von Escher, auf denen beispielsweise Stiegen unendlich ineinander übergehen, oder Sprungbilder, bei denen man je nach Betrachtung zwei verschiedene Motive erkennen kann. Oder Bilder, bei den sich Teile anscheinend bewegen, obwohl die Logik sagt, das dies eigentlich nicht möglich sein kann – und tatsächlich auch nicht möglich ist.

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Um die Frage zu beantworten, warum Illusionen das menschliche Gehirn austricksen, setzten britische Wissenschaftler ein Netzwerk von virtuellen Robotern mit elementaren neuronalen Fähigkeiten ein. Sie wurden im Labor darauf trainiert, die Oberflächen verschiedener 3D-Modelle bei unterschiedlichen Beleuchtungsszenarien richtig zu analysieren. Das "erlernte" Wissen schützte die Roboter aber nicht vor Fehlinterpretationen bei Illusionen, die etwa durch besondere Lichtverhältnisse erzeugt werden. Die Roboternetzwerke waren optischen Täuschungen gegenüber ebenso machtlos wie Menschen.

"Aufgrund dessen, wie wir uns als visuelle Wesen in einer sehr komplexen Welt zurechtfinden, sind Illusionen einfach unvermeidbar", so die Schlussfolgerung des Projektleiters Beau Lotto vom University College London (UCL) http://www.ucl.ac.uk.

"Das Licht, das auf das Auge trifft, und die damit verbundene Information hat keine klare Bedeutung beziehungsweise ist in jedem Fall mehrdeutig. Einen Sinn daraus konstruiert sich unser Gehirn erst durch die bisher gemachten Erfahrungen unserer Spezies", so die Theorie Lottos. Dem Wissenschaftler zufolge interpretiert das menschliche Gehirn visuelle Informationen analog dazu, wie es angesichts vergangener Interaktionen mit der Welt Sinn machen müsste.

Da auch die Roboternetzwerke mit denselben Problemen bei der Interpretation von visuellen Informationen zu kämpfen hatten wie die Menschen, geht Lotto und sein Team davon aus, dass alle visuellen Wesen mit dem Phänomen von Illusionen konfrontiert sind.(Interessante Beispiele von visuellen Täuschungen findet man übrigens auf http://www.lottolab.org/Illusions%20page.html).

Bleibt zu hoffen, dass sich die Erkenntnisse der Forscher rasch herumsprechen. Denn das Pentagon arbeitet mit Hochdruck an einer neuen Generation von Hightech-Ferngläsern, die über Elektroden mit den Gehirnen der Soldaten kurzgeschlossen werden sollen. Und wenn die dort verwendete Elektronik sich ebenfalls täuschen läßt, braucht man sich über die Effizienz wirklich keine Illusionen zu machen.

Bereits bereits in drei Jahren sollen jedenfalls erste Prototypen zum Einsatz kommen. Mit der Weiterentwicklung will man die Sehleistung der Ferngläser auf zehn Kilometer verbessern. Durch die neurale Anbindung soll der Träger zudem schneller auf Gefahren aufmerksam gemacht werden. Die Idee dahinter ist, dass das Gehirn potenzielle Gefahren auf neuraler Ebene schneller wahrnimmt als es dem Individuum bewusst ist. Um die Ferngläser mit dem Gehirn der Soldaten zu verknüpfen, setzen die Entwickler auf EEG-Elektroden (Elektroenzephalographie).
Wird das Fernglas nun über EEG kurzgeschlossen, kann dieser Prozess beschleunigt werden. Damit könnten Soldaten noch schneller vor etwaigen Gefahren gewarnt oder auf Ziele aufmerksam gemacht werden.

Manfred Hluma

Donnerstag, 27. September 2007

Frittierte Klapperschlangen oder „On the road to kill..“

Wem bei uns in Österreich ein Tier ins Auto rennt, der hat gleich zweimal Pech: im besten Fall „nur“ einen Blechschaden und das Tier darf er auch nicht behalten, um wenigstens kulinarisch zu Rache nehmen. Rehragout oder Wildschweinbraten wären ja nicht Schlechtes….
Andere Länder, andere Sitten: im nordamerikanischen US-Bundesstaat West Virginia darf alles Vieh, dass Opfer der Landstrasse wird, in den Kochtopf. Ein Gesetz erlaubt es den Autolenkern, überfahrene Tiere mitzunehmen, wenn der Vorfall binnen 12 Stunden gemeldet wird. Das ist an sich nicht weiter überraschend, schließlich bestand die Urbevölkerung aus Indianern und die haben bekanntlich auch fast alles erlegt und verzehrt, was ihnen über den Weg lief.
Mit einem seltenen Verständnis für Humor haben einige Virginians daraus ein spezielles Fest geschaffen: das sogenannte „Road-Kill-Festival“, dass sich von herkömmlichen Food-Festivals merkbar unterscheidet.
Es steht ganz im Zeichen jener Kreaturen, die Opfer des Straßenverkehrs geworden sind - oder es rein theoretisch sein könnten. Es gab bereits Klapperschlangen, Schildkröten, Murmeltier und Opossum. Welches Tier es auch sein mag, das beim Festival auf den Grill oder in die Pfanne kommt, die Regeln besagen, dass es allerdings nicht unbedingt Opfer eines Zusammenstoßes mit einem Straßenfahrzeug sein muss. Lassowerfen, Fallenstellen und Schießen gilt sicher auch…

Harvest

Wer sich um die drei Geldpreise bewirbt, muss nicht nur mit einem toten Tier des Weges kommen, sondern auch mit einem fertigen Rezept, indem die zugehörigen Gewürze und die Kochanleitung angelistet sein müssen. Eine Jury begutachtet das mitgebrachte Tier, das bereits gehäutet und gesäubert sein muss, und kontrolliert genau, ob nichts vorgekocht wurde. Der Kochvorgang hat nämlich auf dem Festivalgelände stattfinden. Eine ausgewählte Jury beurteilt die Speisen und ermittelt dann die drei Gewinner. In der Vergangenheit haben etwa Hasen-Bratwürste, in Wein marinierte oder frittierte Klapperschlangen oder Gerichte aus Bären, Elchen, Fröschen und Wildschweinen zwar keinen Preis gewonnen, aber zumindest für Aufmerksamkeit gesorgt.

Dass besagtes „Road-Kill-Festival“ nun schon zum vierzehntenmal stattfindet und Besucher inzwischen auch aus anderen Erdteilen anreisen, könnte auch heimische Touristiker zum Nachdenken anregen: Feuersalamander-Suppe, Raben-Ragout, Gams-Geschnetzeltes, Sandvipern-Spießchen oder Heuschrecken-Cracker mögen als Anregung dienen.
Eines der Gerichte, das in Virginia übrigens einen Preis gewonnen hat, hieß "Buffalo Balls" und bestand aus würzigen Bison-Fleischbällchen. Da könnten rotweißrote Köche wohl mit gebackenen Stierhoden locker mithalten…
Manfred Hluma

Mittwoch, 19. September 2007

USB am Holzweg

Die Meinungen schwanken zwischen "schwachsinnig" und "nutzlos". Skurril sind sie jedenfalls, die in Holz verpackten USB-Sticks der niederländischen Designfirma Ooomss. "Schad`ums Holz" oder doch das perfekte Outfit für die nächste Internetsession auf der Jagdhütte?

5sticksforweb

Dienstag, 18. September 2007

Der Kellner als Problemlöser oder „Das Herz muss wieder brennen“

"Wenn Du Deine Arbeit liebst,
wirst Du Dein ganzes Leben lang
nicht mehr arbeiten müssen"
Konfuzius


Bei vielen Menschen brennt bei der Arbeit nicht mehr das Herz, sondern nur noch der Magen. Verschärfte wirtschaftliche Rahmenbedingungen gefährden Begeisterung und Leidenschaft für die Arbeit mit Kunden (und auch Kollegen). „Vielen Menschen ist ihre Tätigkeit Last und Pflicht geworden“, analysierte der Wirtschaftstrainer Gerhard J. Vater bei seinem Vortrag „Darf Arbeiten Freude machen?“ vor dem Marketing Club Österreich. Verstärkt durch eine „unsägliche Idealisierung der Freizeit“ (© Andreas Salcher, Gründer des Waldzell Institutes) sind viele Werktätigen am Arbeitsplatz nur noch auf „durchhalten“ ausgerichtet.
„Dabei ist es eigentlich zuwenig, nur an den 52 freien Wochenenden im Jahr Freude zu haben“, meint Vater: „Es schadet außerdem der Kundenorientierung, wenn jemand in seiner Arbeit nur aufs Durchhalten ausgerichtet ist.“ Die Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeit führt immer öfter zum Wunsch nach Wechsel. „Allerdings kann die Unzufriedenheit auch am neuen Arbeitsplatz relativ rasch wieder auftauchen“, so Vater und er greift zu einem Zitat von Marcel Proust: „Die wahre Entdeckung liegt nicht darin, neue Länder zu erkunden, sondern die Wirklichkeit mit neuen Augen zu sehen“.
Bevor man selbst die Suche nach einer neuen Arbeit beginnt, könne es Sinn machen, die alte Arbeit anders zu betrachten und dadurch wieder Freude und Begeisterung dafür zu gewinnen. „Denn zuviele arbeitende Menschen haben zuwenig Bewußtsein dafür, was sie mit ihrem Tun bewirken könn(t)en und auch tatsächlich bewirken“, schildert Vater: „Es macht einen Unterschied, ob die eigene Arbeit als „Tun“ oder als „Bewirken“ definiert wird.“
Deshalb schlägt er die Betrachtung der Arbeitswelt durch die "Brille des Bewirkens" vor. Dazu gehöre auch, sich die Fragen „Wozu arbeite ich?“ und „Warum arbeite ich?“ zu stellen. Erst wenn man verstehen lerne, was man selbst mit seiner Arbeit für andere bewirkt oder bewirken könnte, entstehe der Sinn, den viele suchen: „Das Herz muss wieder brennen“ (Vater).
Aus seiner Trainertätigkeit brachte Vater ein Beispiel von Supermarkt-Kassiererinnen. Diese erkannten plötzlich einen Sinn in ihrer Arbeit als ihnen im Gespräch klar wurde, dass sie es sind, die mit ihrem Verhalten den Kunden beispielsweise das Wochenende verschönern – oder zumindestens ansatzweise auch verderben - können.
Auch diese beiden Situationen kennt jeder: Man sitzt vor einem leeren Glas im Gasthaus und der Kellner eilt öfters vorbei, ohne zu reagieren. Und umgekehrt fragt ein Kellner bereits beim erst halbleeren Glas, ob man noch etwas wünscht. „Der eine Kellner versteht sich als Problemlöser“, erklärt Vater, „Der Kunde hatte ein Problem, das habe ich gelöst, in dem ich ihm etwas gebracht habe. Wenn er wieder ein Problem hat, wird er sich schon rühren“. Der andere Kellner ist hingegen in dieser Symbolik ein Problemverhinderer, der schon agiert, bevor das Problem neu entsteht.
Auch hier zeige sich der Unterschied zwischen dem Tun und dem Bewirken, ähnlich wie bei einem Spruch von Theodor Storm:
„Der eine frägt: Was kommt danach?,
der andere frägt nur: Ist es recht?
so unterscheidet sich der Freie vom Knecht“.

„Das Erkennen des eigenen Potentials kann aus einem erfolgreichen Leben zu einem erfüllten Leben führen. Eine Sehnsucht, die wir alle haben und die auch berechtigt ist“, meint der Coach und rät: „Machen Sie sie zur Wirklichkeit. Trauen Sie sich, Freude an Ihrer Arbeit zu haben!“.

Manfred Hluma

Freitag, 14. September 2007

Telefonterror: KISS und der Kampf um Marktanteile

Es ist wirklich lästig: kaum hat man sich vom anstrengenden Urlaub erholt und will dem erholsamen Büroschlaf frönen, wird man fast tagtäglich am Telefon mit neuen Angeboten der Telecom-Firmen bombardiert.
„Grüß Gott, hier spricht Gottfried Müller, wir haben gerade eine Sonder-Aktion...“ und dann wird entweder preiswertes Festnetz, billigeres Internet oder kostenloses Handy-Telefonieren angepriesen. Oder alles zusammen.
Besonders aktiv erweist sich dabei „tele2“. Mal „stürmen“ zwei Verkaufsmitarbeiter unangemeldet das Büro – „Wir sind gerade hier im Haus unterwegs“ – und knallen neue Angebote auf den Tisch, mal versucht einen jemand am Telefon zu überreden: „Sie brauchen jetzt nur ja sagen, dann schalten wir Sie sofort frei und Sie telefonieren um 20 Prozent billiger“. Der Bitte um ein schriftliches Angebot folgt ein e-mail mit ein paar unvollständigen Vergleichsbeispielen und ein weiterer Anruf. Die Frage, warum man denn der schon bestehenden Kundschaft jetzt freiwillig und angeblich ohne weitere Verpflichtung etwas schenken wolle, bleibt unbeantwortet ...
Und „a1“ schickt nach einem Anruf ein vierseitiges Angebot mit jeder Menge Kleingedrucktem, dessen Studium und Vergleich mit anderen man sich am besten für eine langweilige Aufsichtsratssitzung oder Parteiveranstaltung vorbehält.
Ihr Freunde in den Marketingabteilungen der Telefongesellschaften, habt Ihr das alte KISS-Prinzip vergessen? Oder nur falsch ausgelegt? Denn statt „Keep it short and simple“ oder „Keep it simple und smart“ kann man natürlich auch „Keep it silly and stupid“ einsetzen.
Und nachdem ich jetzt wenigstens brav zwei T-Mobile-Tarife umgestellt habe, um den Marketingsanstrengungen wenigstens irgendwie zu entsprechen, packe ich meine Sachen und verlasse das Büro.
Ach so, geht ja noch nicht! Ich muss ja noch auf den Anruf von „Hutchinson 3“ warten, die sind diese Woche wieder spät dran...

Manfred Hluma

Mittwoch, 12. September 2007

Von wegen Nostalgie: Die Handschlag-Qualität der Zukunft

Das waren noch Zeiten, als es an der Tagesordnung war, Geschäfte per Handschlag zu besiegeln und man sich darauf verlassen konnte. Heute leistet sich diesen Luxus nur noch die verschworene Gilde der internationalen Juwelenhändler. Und höchstwahrscheinlich die Mafia.
„Er hat Handschlag-Qualität“, lautet zwar auch eine noch immer gebräuchliche Einschätzung für Menschen, die zu Vereinbarungen stehen. Wenn es ans Eingemachte geht, müssen aber dann wieder Verträge her, die nachvollziehbar sind.
Doch in nicht allzu ferner Zukunft werden die Menschen wieder per Handschlag verbindliche Geschäfte abschließen. Und mit dem Händedruck wird auch per elektronischer Signatur der Vertrag abgezeichnet und das Geld transferiert. Klingt utopisch, ist es aber nicht.
Vor wenigen Tagen ging in Österreich das bisher weltweit umfassendste kommerzielle Angebot der sogenannten „Near Field Communication“ (NFC) in Betrieb. In Zusammenarbeit von mobilkom austria, NXP Semiconductors, Nokia, ÖBB und Wiener Linien wurde eine brandneue in Österreich entwickelte drahtlosen Übertragungstechnologie umfassend eingeführt.
Damit werden viele alltägliche Anwendungen simpler: der Kauf von ÖBB-Fahrkarten , Fahrscheinen der Wiener Linien, Parkscheinen sowie Lottospielen und auch der Kauf von Snacks am Automaten – man hält das Handy an gekennzeichnete NFC-Stellen und schon ist bezahlt - sind erst der Anfang. NFC fungiert auch als praktischer Zugriffsschlüssel für Services wie bargeldlose Zahlungen, Ticketing, Online-Unterhaltung und Zugangskontrollen. Die dazu notwendigen Sicherheitsfunktionen sind in der Hardware integriert.
Diese Technik wurde übrigens von NXP Semiconductors (vormals Philips) und Sony im Jahr 2002 in Österreich erfunden. Die steirischen Gratkorn entwickelte NFC-Technologie hat sich bereits weltweit in elektronischen Geräten, zahlreichen Feldversuchen und Anwendungen bewährt.
Anwender können auch verschiedenste Informationen, wie z. B. Telefonnummern, Bilder, MP3-Dateien oder digitale Berechtigungen sicher austauschen und speichern, indem elektronische Geräten wie Handys, Digitalkameras, PDAs, PCs und moderner Unterhaltungselektronik nahe aneinander gehalten werden.

Es bedarf keiner allzu großen Phantasie, sich auszumalen, dass entsprechende Chips für diese Technik so klein sein werden, dass man sie sich problemlos einsetzen lassen kann. Dann hält man im Vorbeigehen beim Bankomat die Hand hin, der Chip wird aufgeladen und beim Abholen des Anzugs schüttelt man dem Schneider die Hand, das Geld wechselt elektronisch zu ihm – das ist echte Handschlag-Qualität!
Klingt schon wieder zu utopisch? Warten wir´s ab. Hätte Sie sich vor wenigen Jahren vorstellen können, dass Sie in Österreich jetzt gesetzlich verpflichtet sind, Ihren Hund oder Ihre Katze „chippen“ zu lassen und solcherart elektronisch zu kennzeichnen?
Manfred Hluma

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hlumamanfred - 25. Mär, 10:15
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Carlaa - 1. Mär, 00:08

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