Im laufenden sechsten Kondratieffzyklus kommt es zu einer grundlegenden Veränderung in den produktivitätsbestimmenden Wettbewerbsfaktoren. „Im Wettbewerb der Zukunft wird die Unternehmen und Volkswirtschaften die Gesundheit ihrer Menschen und die Qualität ihres Gesundheitswesens und zwar körperlich, seelisch, geistig, sozial und ökologisch, unterscheiden“, meinen Forscher.
Gesundheit ist der neue Megamarkt des 21. Jahrhunderts
Das herkömmliche Gesundheitswesen ist allerdings noch eher Hemmnis als Motor, da es mit vielen Problemen belastet ist: starke innovationshemmende Einzelinteressen, zuwenig Gesundheitswissen, zu viel Bürokratie, zu viel Verschwendung von Ressourcen, zu wenig Aufklärung und Prävention.
Behandelt werden vor allem Symptome, weniger die Krankheitsursachen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die einseitige Ausrichtung auf Krankheiten für die Gesellschaft dadurch teuer und schädlich, weil dadurch die meisten Akteure finanziell auf eine ausreichende Zahl von Kranken und Krankheiten angewiesen sind und kein wirkliches Interesse an einer gesunden Bevölkerung haben können. Es klingt zynisch, aber Wachstum im derzeitigen "Gesundheitswesen" findet praktisch nur statt, wenn es noch mehr Kranke und noch mehr Krankheiten gibt. Die Zahl der Erkrankungen nimmt seit Jahrzehnten ständig zu, bedingt zum Teil durch das Älterwerden der Menschen, aber auch durch den moderne Lebens-, Arbeits- und Ernährungsstil. Jeder vierte Jugendliche in Europa leidet unter Allergien, in zehn Jahren dürfte es jeder zweite sein. Die Zahl der Diabetiker wird sich in den nächsten zehn Jahren weltweit verdoppeln.
Paradigmenwechsel: Salutogenese statt Pathogenese
In der Umstrukturierung des Gesundheitswesens von Krankheits- auf Gesundheitsorientierung schlummern deshalb die größten Produktivitätsreserven. Dafür sind neue Konzepte und Strategien nötig.
Eine greifbare Möglichkeit dazu ist die Salutogenese - sie steht für die „Entstehung von Gesundheit“. Das salutogenetische Konzept wurde den 80er-Jahren in Weiterführung des Stressmodells von Richard Lazarus durch den amerikanisch-israelischen Medizinsoziologen Aaron Antonowsky als Gegenstück zum Begriff der Pathogenese entwickelt.
Das Entscheidende an diesem Begriff ist der Paradigmenwechsel der Suchrichtung. Man fragt nicht mehr: „Was macht (einzelne) Menschen krank?“, sondern: „Was macht (alle) gesund?“.
Gesundheitsförderung besteht deshalb im salutogenetischen Ansatz darin, die stabilisierenden, gesunden Anteile und Kraftquellen in den Vordergrund zu stellen, sie konkret zu benennen, aktiv zu begünstigen und sich selbst entsprechend zu verhalten.
Antonovsky illustriert sein Konzept mit dem Bild eines gefährlichen Flusses, in dessen Strömungen, Stromschnellen und Strudeln sich die Menschen in einem ständig bedrohten gesundheitlichen Gleichgewicht befinden. Gleich einem Rettungsschwimmer würde ein traditioneller Arzt mit seiner pathogenetisch ausgerichteten Medizin versuchen, einen Ertrinkenden aus dem Strom zu retten.
In der Salutogenese hingegen will man den Menschen ermöglichen, zu schwimmen, gut und besser zu schwimmen. Dieses gute Schwimmen wird für Antonovsky dadurch möglich, dass die Menschen grundsätzlich Schwimmer sind. Sie verfügen über geistig-seelische Fähigkeiten und Sinnorientierungen, um mit Herausforderungen, Problemen und Bedrohungen umgehen zu können. So können sie gesund bleiben bzw. sich wieder erholen.
Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung sind nach Antonovkys Metapher gleichsam Schwimmtraining. Der Lebensfluss bleibt so gefährlich, wie er nun einmal ist, allenfalls benötigen manche Schwimmer Schonräume zum Erinnern und Üben eigener Fähigkeiten sowie Hilfestellung zur Verbesserung ihrer Schwimmtechniken.
Das salutogenetische Modell geht von einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum aus. Jeder Mensch befindet sich zu jedem Zeitpunkt seiner Existenz auf dem Kontinuum zwischen Krankheit und Gesundheit. Und die zentrale Frage lautet: Was rückt die Leute in Richtung des gesunden Ende dieses Kontinuums?
Mehr darüber in Kürze.
Manfred Hluma
hlumamanfred - 20. Jan, 15:52
Der Gesundheitsmarkt wird die Wachstumslokomotive des 21. Jahrhunderts. Das zeigt eine Analyse der sogenannten Kondratieffzyklen.
Neben kurzen und mittleren Wirtschaftsschwankungen mit einer Dauer von drei bis elf Jahren treten in der Marktwirtschaft auch lange Schwankungen mit einer Periode von 40 bis 60 Jahren auf, die sogenannten Kondratieffzyklen.
Auslöser sind dabei stets bahnbrechende Erfindungen, also Basisinnovationen.
Seit dem späten 18. Jahrhundert haben fünf Kondratieff-Zyklen stattgefunden. Der erste Langzyklus wurde durch die Erfindung der Dampfmaschine und ihre Anwendung insbesondere in der Textilindustrie ausgelöst. Der zweite Kondratieffzyklus war die große Zeit des Stahls. Der Dritte kam durch die elektrotechnische und chemische Industrie zustande. Es war der erste Langzyklus, der von der praktischen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse profitierte. Die Basisinnovationen des vierten Kondratieffs waren Petrochemie und Automobil. Sie brachten den Massenverkehr auf der Straße und in der Luft und markierten zugleich den Höhepunkt der Industriegesellschaft. Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts befand sich die Weltwirtschaft im fünften Kondratieffzyklus, der seine Antriebsenergie aus der Entwicklung und Verwertung der Informationstechnik bezog.
Kondratieffzyklen sind immer Reorganisationsprozesse der ganzen Gesellschaft. Dazu ein kleiner Exkurs: Im vierten Kondratieffzyklus beispielsweise wuchsen die Automobilhersteller zu Weltkonzernen heran und die gesamte Gesellschaft änderte nicht nur ihr Verkehrsverhalten. Für die Stahlindustrie und Mineralölwirtschaft waren die Automobilhersteller die wichtigsten Kunden. Die Bauwirtschaft profitierte vom Bau von Straßen, Autobahnen, Brücken und Garagen; die Banken von den Krediten, die sie an Hersteller und Käufer vergaben, die Versicherungen profitierten von der Kfz-Versicherung, der Tourismus von der Mobilität, die das Auto ermöglichte, genauso der gesamte Handel, das moderne Transportwesen, die Fahrschulen, Automobilclubs und Autokinos. Ein neues Rechtssystem - das Verkehrsrecht - musste geschaffen werden, um den geordneten Umgang mit Kraftfahrzeugen zu gewährleisten. Und wegen der auftretenden Unfälle braucht man Sachverständige, Rechtsanwälte, Richter und Reparaturwerkstätte.
Außerdem war das Auto war Voraussetzung für den fünften Kondratieffzyklus, denn ohne ein flexibles Transportmittel hätten die Millionen von PCs, Drucker, Bildschirme kaum transportiert werden können.
Gesundheit als Wachstumsreserve
Nachdem der größte Teil des Nutzungspotentials des fünften Kondratieffzyklus zur Jahrhundertwende erschlossen war, verebbt er rapid und parallel dazu hat inzwischen der sechste Kondratieff begonnen. Eine genaue Analyse zeige, dass der Gesundheitssektor der Träger des nächsten Langzyklus sein wird und Basisinnovationen die psychosoziale Gesundheit und die moderne Biotechnologie sein werden, schreiben Zukunfts- und Wirtschaftsforscher.
Während die Biotechnologie schwerpunktmäßig den Umgang mit körperlicher Gesundheit revolutionieren wird, sollen mit der psychosozialen Gesundheit die bisher wenig erforschten inneren Informationsprozesse im Menschen, das weite Feld der seelischen und sozialen Potentiale besser verstanden und erschlossen werden.
Doch kann der Gesundheitssektor in Zukunft tatsächlich die Rolle einer Lokomotive für Wachstum und Beschäftigung übernehmen? Krankheitskosten gelten allgemein als etwas Negatives, als ein Kostenfaktor, den man möglichst niedrig halten möchte. Auf den ersten Blick darf man deshalb durchaus bezweifeln, dass Gesundheit sich zu einem bedeutenden Wachstumsmotor entwickeln wird, denn bisher wurden lange Phasen der Prosperität wurden bisher von “harten” Technologien wie Dampfmaschine, Eisenbahn, Automobil, Informationstechnik getragen. Wie können nun “weiche”, biologische, psychische und soziale Faktoren Träger eines neuen Wachstumszyklus werden? Und was bedeutet Salutogenese? Mehr darüber in Kürze.
Manfred Hluma
hlumamanfred - 14. Jan, 14:42
Zwar predigen die großen Markenartikler gebetsmühlenartig nicht nur die Qualität ihrer Produkte sondern auch ihr kundenfreundliches Verhalten und streichen immer stärker ihr ökologisches Gewissen heraus, doch die Praxis sieht anders aus.
Konkretes Beispiel: der Laser-Farbdrucker, gerade einmal wenig mehr als ein Jahr alt und keineswegs extremen Druckmengen ausgesetzt, produziert nur noch Ausdrucke mit Streifen.
Eigenhändige Versuche des Reinigens der Farbköpfe bringen lediglich eine marginale Verbesserung, also bleibt nur der Hilferuf an die Serviceabteilung des Herstellers.
Ja, selbstverständlich könne man einen Techniker schicken, wolle aber nur darauf hinweisen, dass die Einsatzpauschale 392 Euro beträgt. Nein, das sei kein Hörfehler, 392 Euro stimmen schon. Der Einwand, dass man darum bereits nagelneue Geräte bekäme, könne schon stimmen, aber das sei ja die Entscheidung des Kunden.
Und die fällt leicht. Zum Pauschalpreis kommen ja dann noch etwaige Ersatzteilkosten, also würde die Reparatur unscharf gerechnet rund 500 Euro kosten.
Resultat: ein neuer Laserdrucker um rund zwei Drittel der Reparaturkosten steht im Büro und der alte wandert zum (Sonder-)Müll. Von wegen Nachhaltigkeit der Produkte und sinnvollem Einsatz der Ressourcen.
Ein anderes Beispiel gefällig? Der E-Herd hat offenbar einen Wackelkontakt und heizt nach Belieben. Der angeforderte Servicemann kann erst nach zwei Wochen (!) kommen. Dann stellt er einen offenbaren Wackelkontakt fest und meint, den könne er nicht beheben. Möglicherweise sollte man gleich den ganzen Teil austauschen, aber den habe er sowieso nicht mit und in Wien gäbe es ihn auch nicht. Sämtliche Ersatzteile müssten in der BRD bestellt werden, Rationalisierung der Lagerbestände und so. Jetzt sei einmal die Pauschale (160 Euro) fällig. Doch wenn gewünscht, käme er in etwa zwei Wochen mit dem Ersatzteil wieder und würde ihn einsetzen, natürlich nicht kostenlos, das sei leider nicht möglich….
Ärgerlich – und bekannt - ist auch die Ersatzteil-Politik der Autoerzeuger. Jüngst bei der Behebung eines kleinen Lichtschadens bei der Vertragswerkstätte eines 35.000-Euro-Autos: „Können Sie die LCD-Anzeige an der Mittelkonsole auch gleich richten?“
Nein, leider nicht, dieser Teil muss bestellt werden. Und – ein warnender Blick des Mechanikers – leider sei das nicht ganz billig. Das wenige Quadratzentimeter kleine Stück kostet 540 Euro, dazu noch die Neuprogrammierung, also kommt das auf knapp 600 Euro. Auf die spontane Äußerung „Da kann man ja eine Woche auf Urlaub fahren!“ antwortete der Mechaniker mitleidig: „Recht habn´s, is wahrscheinlich eh gescheiter“. Wenigstens einer, der noch ein Herz für Kunden hat.
Manfred Hluma
hlumamanfred - 8. Jan, 16:58
Seit Jahren verfolgt ein Schwede seinen Traum - den vom "größten Elch der Welt". Nun hat Thorbjörn Holmlund, Besitzer eines Wildniscamps, offiziell grünes Licht für den geplanten Holzbau. Nach seiner Fertigstellung soll der Monumental-Elch Platz für ein Restaurant und 350 Menschen bieten. Mit seiner Idee setzt Holmlund auf das Motto „Alles Elch": Gäste, die bisher nur wegen der Tiere gekommen waren, soll künftig auch der „atemberaubende Ausblick“ vom „Geweih“ des 45-Meter-Kolosses nach Nordschweden locken.
Vielleicht sollten sich auch Österreichs Touristiker ein Beispiel nehmen, um ebenfalls mit Monumentalstatuten mehr Touristen in die Alpenrepublik zu locken. Die geplante Weltkugel von Frank Stronach in Ebreichsdorf wurde ja verhindert, um dort wertvolles Gestrüpp zu schützen.
Aber es gibt ja andere Möglichkeiten: Für das Burgenland bietet sich ein Riesenstorch in Mörbisch an. Oben im Schnabel sitzend können die Gäste den Operetten zusehen, während Harald Serafin unten beim Eingang steht und dauernd „Wunderbar“ ruft.
In den USA locken die in Stein gehauenen Köpfe früherer US-Präsidenten in Mount Rushmore Millionen Besucher an. Ähnliches lässt sich auch bei uns andenken.
Im Bärental könnte man beispielsweise den Kopf von Jörg Haider in die Felsen meisseln lassen. Und daneben die Abbilder früherer Freunde, bis das Tal voll ist.
Oder ein Felsporträt von Bundespräsident und Naturfreund Heinz Fischer auf der Hohen Wand, nahe seines Wochenendrefugiums. Natürlich müsste man das Bergplateau dann leicht umtaufen – auf „Höchste Wand“.
Das geschnitzte Gesicht von Wiens Bürgermeister Michael wiederum passt auf den Bauch des noch zu errichtenden größten Weinfasses Europas mit fünf Stockwerken im Inneren – natürlich in Grinzing. Das wäre jede Menge Weinseligkeit hinter Häupls Fassade.
In Niederösterreich böten sich Kornkreise an, die aus der Luft betrachtet als Konterfei von Erwin Pröll erkennbar sind.
Im sparsamen Vorarlberg hingegen bräuchte es keine Skulptur: Dort sitzt dann einfach Hubert Gorbach auf dem Gebhartsberg oberhalb von Bregenz und ruft täglich in den vielen ihm geläufigen Sprachen „Wer will mich“ ….
Manfred Hluma
hlumamanfred - 4. Dez, 15:49
Der Pferdefuss der modernen Kommunikationstechnik ist, dass die Menschen immer mehr unter dem Zugzwang stehen, den ständige Erreichbarkeit mit sich bringt. Es bedeutet, auf Informationen immer schneller reagieren zu müssen.
Erwartete man bei einem Brief die Antwort erst in einigen Tagen, sind es beim e-mail nur noch ein paar Stunden und bei SMS erwarten viele Sender die prompte Reaktion des Empfängers.
US-Forscher haben 1000 Wissensarbeiter intensiv über ihre Arbeitsabläufe befragt: Die Untersuchung ergab, dass die Büromenschen im Schnitt 2,1 Stunden am Tag verbummelten, weil sie abgelenkt waren.
Eine andere, detailliertere Untersuchung zeigte: Elf Minuten konnten sich die Wissensarbeiter im Schnitt mit einer Aufgabe beschäftigen, bevor ihre Aufmerksamkeit durch einen Anruf, eine Mail, eine SMS oder einen anklopfenden Kollegen zwangsweise einem anderen Thema zugeführt wurde. Dann dauerte es durchschnittlich 25 Minuten, bevor sie sich wieder der alten Aufgabe widmen konnten. Die Gedanken erneut zu sammeln dauerte im Schnitt acht Minuten. Unter dem Strich heißt das: drei Minuten bis zur nächsten Unterbrechung. Das bringt eine ziemliche Ineffizienz.
Eine weitere wesentliche Erkenntnis: In dieser 25minütigen Ablenkungsphase kommen in 40 Prozent aller Fälle neue Aufgaben hinzu, die so wichtig erscheinen, dass die alte vollkommen in Vergessenheit gerät oder die Mitarbeiter sie zumindest auf unbestimmte Zeit verschieben. Unter diesen Voraussetzungen jonglierten die Testpersonen durchschnittlich mit zwölf verschiedenen Projekten gleichzeitig, die sie in ihrem zerstückelten Arbeitsalltag zu erledigen hatten.
Eine Führungskraft in einem Konzern bekommt heute zwischen 150 und 200 E-Mails am Tag - Spam nicht mitgerechnet. Um das seriös durchzuarbeiten, braucht sie mindestens zwei Stunden.
Eine der Ursachen findet sich in dem modischen Brauch, jeden Kollegen, Mitarbeiter oder Kunden auf jeden denkbaren E-Mail-Verteiler zu setzen. Als man Informationen noch kopieren und dann per Hauspost verteilen musste, wurde automatisch genau überlegt, wer denn die Information wirklich braucht. Heute ist es ein Klick des Absenders, und die ganze Firma wird zugeschüttet...
Denn der gerade der inflationäre „CC“-Gebrauch sorgt dafür, dass Informationen oft auch diejenigen nicht mehr erreichen, für die sie tatsächlich relevant sind. Denn die ertrinken gerade in den für sie unnötigen hunderten "Zur Info"-Mails.
Mehr Kommunikation bedeutet leider auch mehr Aufgaben aufgeladen zu bekommen, die noch dazu schnell erledigt werden sollen. Den Rationalisierungsmaßnahmen sind unter anderem die Einsparung von Sekretariaten mit sich gebracht. Dadurch sind bei wachsender Informationsflut sind die menschlichen Filter weggefallen, die früher für Führungskräfte Informationen vorsortiert haben.
Es ist also hoch an der Zeit, sich geschützt Räume und Zeiten zu schaffen.
Eine Maßnahme kann sein, die geschäftliche Kommunikation von der Bring- wieder zur Holschuld zu machen. Konkret sollen Informationen lieber systematisch und gut auffindbar im Intranet oder in internen Datenbanken abgelegt werden als in den elektronischen Rundlauf zu gehen.
Eine andere Maßnahme ist es, die Absender zu erziehen, nicht mehr alles auf „cc“ zu setzen. „Killt cc“ raten manche Unternehmensberater.
Wie man mit der elektronischen Kommunikation sinnvoll umgeht, dafür gibt es bisher keine wirklichen Spielregeln. Ein Versuch eines Unternehmen läuft daraus hinauf, die E-Mail-Kommunikation stark zu hierarchisieren. Mails sollen nur noch an den jeweils direkten Vorgesetzten geschickt werden können, aber nicht mehr weiter hinauf.
Andere Betriebsberater empfehlen, die e-mails nur noch zweimal am Tag zu bearbeiten. Und ein deutscher Uni-Professor hat sich eine andere Methode zulegt, um Fehler durch die geforderte Schnelligkeit zu minimieren: Er beantwortete alle Anfragen, die größere Budgetposten betreffen, erst einen Tag später, um wenigstens eine Nacht darüber schlafen zu können.
Manfred Hluma
hlumamanfred - 18. Nov, 12:44
Die Beschwerden hört man täglich: „Die e-mails sind ein Wahnsinn“, „Dauernd will einer was“ und letztlich „Wie soll ich mich da auf irgendetwas konzentrieren?“
Erst zigtausend Jahre nur gesprochene Sprache, dann einige hundert Jahre die geschriebene. Mit ihr konnte man – abgesehen von Trommeln oder Rauchzeichen – erstmals asynchron kommunizieren. Die beteiligten Partner mussten nicht mehr gleichzeitig am selben Ort sein.
Ein weiterer Abschnitt war dann der Telegraph, das Festnetztelefon wird nun seit mehr als 100 Jahren benutzt, das Fax seit ein paar Jahrzehnten.
Prinzipiell brachten diese neuen Formen der Kommunikation auf Distanz den Menschen deutlich mehr Informationen, der schnellere Informationsfluss steigerte auch die Effizienz.
Wem zuviel Informationen drohten, der baute Schutzfilter ein. Der wichtigste wurde Sekretariat genannt.
Dann kam die Digitalisierung und mit ihr explodierte die Kommunikation. E-Mail und Mobiltelefon erreichten in den Wohlstandsgesellschaften Ende der neunziger Jahre die breite Masse. Heute werden täglich mehr als 60 Milliarden Mails verschickt, in Österreich gibt es inzwischen mehr aktive Handys als Einwohner.
Neben E-Mail-Programmen nutzen vor allem Jugendliche Instant-Messenger-Clients, Miniprogramme, mit denen sie ständig Kurznachrichten austauschen können, wenn sie online sind. Mit Skype und ähnlichem wurde der Computer zum kostenlosen Bildtelefon, und seit Blackberry und UMTS-gerüsteten Smartphones und Pocket-PCs sind e-mails ebenfalls allgegenwärtig.
Als - zuerst begrüßte, inzwischen teilweise wieder bedauerte Folge davon - hat sich die Kommunikationsgeschwindigkeit ständig erhöht. Der Trend geht zum Zweitmonitor, auf dem ständig das E-Mail-Programm mitrennt. Und die Anklopf-Funktion bei Telefonaten sorgt dafür, dass kaum ein Gespräch ungestört bleibt.
Der moderne Mensch hat sich digitale Fußfesseln angelegt.
Er surft in der Hotellobby per WLAN im Internet, gleichzeitig telefoniert er privat und kontrolliert daneben den Firmen-Blackberry auf neue mails. Und in unzähligen Business-Meetings lauschen die Teilnehmer nicht nur den Partnern am Tisch, sondern sehen parallel dazu ins Internet und verschicken SMSs - moderner Alltag.
In den USA hat man dafür eine treffende Bezeichnung gefunden: „CMC“ - Constant Multitasking Craziness. Nur noch Kommunikationsgenies beherrschen diesen Wahnsinn.
„Der amerikanische Psychiater Edward Hallowell hat in diesem Zusammenhang ein zweites Akronym eingeführt. Er hat die Massenkrankheit ADT entdeckt, Attention Deficit Trait. Trait heißt auf Deutsch so viel wie Zerstreutheit und ist im Unterschied zu ADD (Attention Deficit Disorder) nicht erblich, sondern eine Folge der kommunikativen Überlastung. ADT zeigt Symptome wie leichte Aggression, innere Unruhe und Konzentrationsstörungen. Im Urlaub verschwindet sie in der Regel, kommt aber schnell zurück, wenn der Patient wieder am Büroschreibtisch sitzt und auf allen Kanälen gleichzeitig Informationen saugt und sendet.“, schrieb kürzlich zum diesem Thema das deutsche Wirtschaftsmagazin „brand eins“ mit ironischem Unterton.
Über Lösungsversuche dazu in Kürze.
Manfred Hluma
hlumamanfred - 14. Nov, 13:04
Endlich – wie lange haben wir darauf schon gewartet? Unzählige Philosophen, Künstler, Literaten und große Denker haben in Jahrhunderten vergeblich danach gesucht. Doch jetzt ist es gelungen, man kann Glück in Worte fassen. Das jedenfalls behauptet Herbert Laszlo, eigenen Angaben nach schon seit seiner Jugend mit der Frage nach dem Glück beschäftigt.
Wieweit ihm eine relativ weitgehende Schulung bei Scientology dabei geholfen hat, bleibt offen. Aber der durchaus erfolgreiche Unternehmer und vielfache österreichische Meister im Fechten schafft es offenbar ganz leicht, nicht nur die Klinge auf den gewünschten Punkt zu bringen und nennt es mit der ihm eigenen Direktheit einfach „Die Sensation in der Glücksforschung“. Nachsatz: „Glück ist definiert“.
„Ab sofort wird kein ernstzunehmender Glücksforscher mehr behaupten können, Glück könne man nicht definieren“, erklärte der Glücksforscher als Sprecher des „IFEG – Institutes für experimentelle Glücksforschung“ freudestrahlend: „Glücklichsein ist ein Gemütszustand, gekennzeichnet durch den spontanen Wunsch nach Fortdauer oder Wiederkehr.“ So lautet die beim IFEG-Symposions 2007 zum Thema „Arbeit und Glück“ im Oktober im niederösterreichischen Spillern gefundene Definition .
Warum diese einfache Definition nicht schon früher gefunden wurde, führt Laszlo auf mehrere Verwechslungen wie beispielsweise von Glück in der Lotterie, englisch „luck“, mit Glücklichsein, englisch „happiness“, zurück.
Auch auf die Verwechslung von Glück, das für alle Menschen gleich ist, mit dessen Ursachen und Begleitumständen, die von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein können und die Verwechslung von Glücksgefühlen mit dem Glückszustand, der auch mit Gefühlen wie Angst oder Trauer erlebt werden kann, die an sich als unangenehm gelten. Laszlo nennt dies das „Geisterbahn-Paradoxon“.
Außerdem gebe es die Verwechslung von einmaligen, schnell endenden Hochgefühlen mit dem „kleinen Glück“ des täglichen Lebens, das letztlich entscheidend für das Lebensglück der Menschen ist.
Wie heißt es doch in der Tante Joelsch: „Was alles ein Glück sein kann…“
Doch wenn Laszlo die Klinge führt, holt er weit aus: „Auf der Basis der Definition von Spillern ist es erstmals möglich, die Meinungen und Ergebnisse von Disziplinen wie Soziologie, Psychologie, Anthropologie, Medizin und Philosophie zum Thema „Glück“ vergleichbar zu machen. Damit kommen wir dem Ziel, die Menschheit – ohne Krieg und ohne Raubbau an der Natur – glücklich zu machen, einen wesentlichen Schritt näher“, glaubt er und ist glücklich. Was zweifellos ein Wert an sich ist. Und eines muss man Herbert Laszlo lassen: in den 30 Jahren, die ich ihn nun kennen habe ich ihn noch unglücklich gesehen…
Manfred Hluma
hlumamanfred - 1. Nov, 12:56
Es war so gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Wolfsburg. „Also Müller, dann machen ´se mal. Wir brauchen für unsere Kunden ´nen netten Empfangsraum, wo die sich die Autos abholen können. Soll denen Spass machen. Mit ´n bischen Atmosphäre und Unterhaltung und so was rund ums Auto. Halt was Ordentliches zum Herzeigen, vielleicht auch ´ne kleine Ausstellung.“
Und Müller machte.
Herausgekommen ist dabei die Wolfsburger „Autostadt“, die ein Vorzeigebeispiel dafür ist, wie man – zweifellos mit viel Geld – einen permanenten Marketingauftritt der Sonderklasse schaffen kann. Vor wenigen Tage, rund sieben Jahre nach der Eröffnung, wurde in der „Autostadt“ der 15millionsten Besucher begrüßt – die Tageskarte kostet 15 Euro - und ebenfalls heuer wurde der 1milllionste Neuwagen ausgeliefert.
Das Marketinginstrument „Autostadt“ fährt auf der Überholspur: „Eine Million ausgelieferte Fahrzeuge seit der Eröffnung und fast 170.000 abgeholte Volkswagen im vergangenen Jahr zeigen die wichtige Funktion der Autostadt als Maßnahme zur Kundenbindung und Teil der Volkswagen Vertriebsleistung in einem starken Wettbewerbsumfeld“, kommentiert man in der Wolfsburger Zentrale.
Die Attraktivität der Abholung des neuen Wagens direkt am Stammsitz des Unternehmens in Wolfsburg ist auch im Jahr 2007 mit voraussichtlich 150.000 ausgelieferten Fahrzeugen ungebrochen. Durchschnittlich jeder dritte VW-Kunde besucht die Autostadt, um seinen neuen Volkswagen in Empfang zu nehmen.
Zur Unterstützung der Volkswagen Aktivitäten veranstaltete die Autostadt heuer erstmals eine große Probefahrtaktion, an der 25.000 Teilnehmer innerhalb einer Woche insgesamt 10.000 Tests in einem Volkswagen ihrer Wahl vornahmen. Vom Polo BlueMotion bis zum Phaeton stand dabei die gesamte Palette der Volkswagen PKW Modellreihe zur Verfügung. Die Aktion verstärkte die Wirkung der Autostadt als zusätzliches Marketing-Instrument für die Marke Volkswagen: Marktforschungsergebnisse zeigen seit langem, dass am Autokauf Interessierte nach einem Besuch der Autostadt die Marke Volkswagen erheblich mehr in ihre Überlegungen einbeziehen als vorher.
Einige weitere Facts:
• Eröffnung am 1. Juni 2000
• Jährlich zwei Millionen Besucher, geplant war eine Million
• 15 Millionen Besucher seit der Eröffnung
• 5000 Besucher pro Tag
• Seit der Eröffnung 1 Million Fahrzeugübergaben
• 500 Fahrzeugübergaben täglich
• Mehr als 600 Attraktionen auf dem Gelände inklusive Beiträge aus den Bereichen Kunst, Film und Umwelt
• 12 Restaurants
• Sieben Marken-Pavillons (Audi, Bentley, Lamborghini, Seat, Skoda, Volkswagen and Volkswagen Nutzfahrzeuge)
• Automobil Museum (das ZeitHaus mit zirka 110 Klassikern, darunter auch der erste Volkswagen, der 10millionste Volkswagen und der letzte Käfer)
• The Ritz-Carlton, Wolfsburg (5 Sterne mitten in der Autostadt)
• Zwei AutoTürme: Die Besucher werden dort mit einer gläsernen AutoTransportplattform zum 20. Stockwerk in 48 Meter Höhe gebracht
„Mit diesen beeindruckenden Zahlen geht die Autostadt in das achte Jahr ihrer Erfolgsgeschichte“, freute sich der Geschäftsführer der Autostadt, Otto Ferdinand Wachs und weist gleichzeitig darauf hin, dass der dauerhafte Erfolg vor allem den Bemühungen um ständige Erneuerung des vielfältigen Angebots in der Autostadt zu verdanken sei: „Die Strahlkraft der Autostadt muss immer wieder durch neue Inszenierungen und Angebote entfacht werden“.
Schon in den ersten Jahren nach der Eröffnung wurde deutlich, dass nur durch weitere Konzepte zur Vielfalt und Erweiterung des Autostadt Angebots die Zahlen auf so hohem Niveau verbleiben würden. Daher setzte man auf Themenkommunikation, Evententwicklung und die Movimentos Festwochen. Mit dem Festival-Auftakt in der Wolfsburger Innenstadt und 33.000 Besuchern gehören die Festwochen nun zu den bedeutendsten Festivals für zeitgenössischen Tanz in Europa.
Heuer erlebten mehr als 80.000 Gäste in diesem Sommer erstmals „Magic Waters“, Choreographien aus Wasserspielen, Licht und Feuer des französischen Künstlers Fabrice Heitz. Allein 12.500 Besucher ließen sich diese Premiere nicht entgehen und genossen bis zu vierzig Meter hohe Wasserfontänen und bunte Lichtprojektionen. Ihre Begeisterung wirkte ansteckend: In den folgenden Wochen verfolgten bis zu 6.000 Zuschauer eine Show. Gemeinsam mit den Besuchern des Jazz & Blues Festivals und der Langen Nacht der Autostadt wurden durch die Sonderveranstaltungen im Rahmen des Programms Sommerleuchten über 120.000 zusätzliche Besucher gezählt.
Und schon bald lockt der Winter-Event , der mit einer spektakulären Eröffnungsfeier am 1. Dezember beginnt und sich in diesem Jahr dem Thema "Deutschland" widmet. In den vergangenen Jahren waren bereits die internationalen Inszenierungen mit Österreich, Schweiz und Russland äußerst erfolgreiche Themen. Dieser Winter verspricht, die letzten Jahre noch zu übertreffen: 1.700qm Eislauffläche, eine Eistanzrevue der Sonderklasse, ein zusätzliches Themenrestaurant, die größten Adventkerzen der Welt (die beleuchteten Schornsteine des VW KraftWerks), Konzerte, Lesungen, ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt mit einem Weihnachtsbaum, der letztes Jahr sogar den Baum vom New Yorker Times Square um einige Meter Höhe übertroffen hat.
Müller, haben ´se gut gemacht.
Manfred Hluma
hlumamanfred - 21. Okt, 13:59